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Schlatt hat Sonderrolle bei Abstimmung

Die Schlatter betrifft die Abstimmung über eine mögliche Einheitsgemeinde in Els­au im Grunde weniger. Trotzdem könnten sie bei der Abstimmung das Zünglein an der Waage spielen.

Über die In­itia­ti­ve für eine Einheitsgemeinde in Els­au – die Vereinigung der Politischen Gemeinde und der beiden Schulgemeinden – stimmen am 23. September auch die Schlatter an der Urne ab. Der Grund: Die beiden Gemeinden führen eine gemeinsame Oberstufe. Aus Schlatter Optik präsentiert sich die Sache allerdings etwas anders. Dies zeigte sich am Montagabend beim Informationsabend im Schlatter Gemeindesaal, zu dem die Schulen eingeladen hatten. «Die Abstimmung interessiert die Schlatter eigentlich marginal, aber sie müssen auch mit den Konsequenzen leben», sagte Oberstufenschulpräsident Miro Porlezza – selber ein Schlatter. Einer der rund 20 Teilnehmer meldete Bedenken bezüglich der Abstimmungsformalitäten an: «Wir können doch dem Els­au­er Gemeinderat keinen Auftrag erteilen.» Da Schlatt ja nur an der Oberstufe beteiligt ist. Tatsächlich werden bei einem Ja laut Abstimmungstext der Gemeinderat und die beiden Schulpflegen beauftragt, eine Vorlage zur Änderung der Gemeindeordnung zu erarbeiten und zur Abstimmung zu unterbreiten. Die Aufsichtsbehörden hätten diese Form laut Porlezza aber als tolerierbar erachtet. Entschädigungsfrage noch offen Porlezza zeigte auch auf, was bei einer Annahme der In­itia­ti­ve passiert: Dann scheiden die Els­au­er Primar- und Oberstufe aus der Projektgruppe aus, die eine Schulgemeinde Eulachtal (zusätzlich mit den Schulen Hagenbuch, Hofstetten, Elgg und Schlatt) anvisiert. Zwar wären die Els­au­er Schulen nicht für immer ausgeschlossen, könnten sich aber erst später wieder einklinken. Gleichzeitig mit der Abstimmung zur neuen Gemeindeordnung müsste laut Porlezza im nächsten Frühling auch die Auflösung der Oberstufenschulgemeinde beantragt werden. Noch offen ist, ob Schlatt bei einem Ausschluss eine Entschädigung zusteht. Schliesslich verfüge die Oberstufe ja über ein gemeinsames Vermögen, so Porlezza. Für die «abgetrennten» Schlatter Oberstufenschüler sah Porlezza keinen Anlass zur Sorge: «Entweder schicken wir die Schüler weiterhin nach Els­au und sonst gehen sie nach Elgg.» Beiderorts seien sie gut aufgehoben. Dar­auf wollte ein Votant wissen, ob Elgg die rund 30 Schlatter Schüler überhaupt aufnehmen könnte. «Das ist kein Problem», sagte Porlezza. Dies habe der Elgger Sekundarschulpräsident bereits an der letzten Els­au­er Gemeindeversammlung bestätigt. Wenn die Schlatter Schüler wegfallen, stellt sich für die Els­au­er Oberstufe allerdings ein Problem. Mit rund 90 Schülern wäre sie laut Porlezza zu klein: «Man müsste die Schule zwar nicht gleich schliessen, aber sie könnte nicht in der heutigen Form weitergeführt werden.» Personalsuche und Klassenbildung wären schwierig. Anschlussverträge mit umliegenden Gemeinden sind zwar möglich. Porlezza bezweifelte aber, dass diese Schüler nach Els­au schicken wollen. Beide Els­au­er Schulen lehnen die In­itia­ti­ve daher ab. Stattdessen favorisieren sie eine grosse Schulfusion im ­Eulachtal. Nicht zuletzt aus finanziellen Aspekten: «Diese Lösung ist für alle Involvierten günstiger», erklärte Porlezza. Er geht davon aus, dass die Schulen in der Els­au­er Einheitsgemeinde einen Steuerfuss von 75 Prozent (neun Prozent mehr als heute) benötigen. Modellrechnungen gehen bei der Schule Eulachtal dagegen von einem Steuerfuss von 60 bis 65 Prozent aus. «Falscher Zeitpunkt» Ein Teilnehmer empfand den Zeitpunkt der Abstimmung als unglücklich: «Die In­itia­ti­ve kommt doch im falschen Moment.» Ein anderer meinte, dass es als Schlatter eigentlich unvernünftig wäre, die In­itia­ti­ve anzunehmen. Gestern Abend dürfte die Diskussion etwas anders verlaufen sein, als die Schulen in Els­au informierten. Die Schlatter Stimmen könnten bei einem knappen Mehrheitsergebnis allerdings den Ausschlag geben: Das Verhältnis lautet 515 (Schlatt) zu 2350 (­Elsau). Und eines ist jetzt schon klar: Wird die In­itia­ti­ve angenommen, so wollen die beiden Schlatter Vertreter in der Oberstufenschulpflege nicht bei der neuen Gemeindeordnung mithelfen.

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