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Schlechte Aussichten für den Auto-Turm

Das Projekt eines kreisrunden Auto-Silo auf dem Lagerplatz ist vorerst auf Eis gelegt. Die Gegner scheinen obsiegt zu haben. Wo künftig parkiert wird, bleibt damit offen.

Der Lagerplatz ist Biotop, in dem Gross und Mächtig auf Klein und Fein, Kunst auf Sport und Kreativwirtschaft auf Wissenschaft trifft. Das winzige Café Portier blickt in freundlicher Nachbarschaft zum groben Klotz der Halle 193 auf, dem ehemaligen Block, wo Kartfahrer ihre Runden drehen. Die Mischnutzung ist gewollt und im Nutzungskonzept und im Gestaltungsplan von 2012 vorgesehen. Dieser gewährt der Pensionskasse Stiftung Abendrot, die das Areal 2009 erworben hat, einigen Spielraum – nicht aber bei den Parkplätzen. Hier muss sie sich an die Zahl von 250 halten, die der Gestaltungsplan vorgibt. Rund 130 Parkplätze befinden sich heute am Südrand, vor der Halle 191 (siehe Grafik), wo die ZHAW eingemietet ist. Der Rest verteilt sich über das Areal.Geplant war, den Lagerplatz zur autofreien Zone zu machen. Auf dem Vorplatz des Badmintoncenters, wo heute die Bühnerei (179) steht, sollte ein Parkhausturm hinkommen: 23 Meter hoch, kreisrund und vollautomatisch. Die Autos sollten in einer Box abgestellt und danach per Lift und Rollbänder parkiert werden. Der Vorteil: ein Turm ist günstiger als ein unterirdisches und platzsparender als ein oberirdisches Parkhaus. Seine Nachteile bringen den Auto-Silo nun wohl zu Fall. Zu sehr stört sich die benachbarten Grundstücksbesitzer der Tössfeldstrasse der wahrscheinliche Lärm, der Schattenwurf und die eigenwillige Architektur. Nun istdas Projekt sistiert, wie Klara Kläusler von der Stiftung Abendrot bestätigt. «Wir geben uns ein Jahr Zeit, um ein neues Mobilitätskonzept zu erarbeiten», sagt sie. Zu den Gründen äussert sie sich nicht.

Gewerbe setzt sich durch

Der städtsische Bauausschuss hat noch nicht entschieden. Bekannt ist aber, dass beim Parkhausturm mehrere Parteien rekursberechtigt sind, ebenso beim geplanten Umbau des Badmintoncenters Shuttlezone (Halle 194). Unter der Androhung von Rekursen soll die Stiftung Abendrot nun eingelenkt haben, wie der Landbote aus zuverlässiger Quelle weiss. Kein Turm-Gegner mag dies offiziell bestätigen. Nur soviel: «Es geht derzeit in die richtige Richtung», sagen Markus Roost und Peter Wehrli unisono. Illustrator Roost führt den Protest gegen den Parkhaus-Silo an und hat gegenüber an der Tössfeldstrasse sein Atelier. Wehrli ist Architekt und präsidiert den Arealverein. Komplett autofrei werde das Areal wohl nicht, sagt er. Im Einzelfall sollen Gewerbler ihre Parkplätze behalten dürfen. Auch für den Verbleib der Akrobatik-Halle Bühnerei hat sich der Arealverein stark gemacht.

Zurück auf Feld Eins

Die Stiftung Abendrot lotet nun Alternativen zum Silo-Projekt aus. Wie diese aussehen könnten, bleibt offen. Der Gestaltungsplan legt die Zu- und Ausfahrt zum Areal über die Tössfeldstrasse/Jägerstrasse fest. Eine unterirdische Lösung wäre teuer, zeitaufwändig und nicht im Sinne der Stiftung. «Wir investieren lieber in anderes als in Parkhäuser», liess sich Klara Kläusler bereits zitieren. Denkbar, wenn auch unterirdisch, wäre allenfalls eine Lösung im Rahmen des sechsstöckigen Neubauprojekts Zusammenhalt, bei dem Genossenschaftswohnungen und Vorlesungssäle entstehen (141). Bis Ende Jahr läuft hier die Detailprojektierung. In Erwägung gezogen werden könnte auch eine gemeinsame Parklösung mit Implenia im Rahmen der geplanten Überbauung von Werk 1. In jedem Fall muss die Stadt das neue Mobilitätskonzept abnicken.

Hüpfen und Büffeln

Stillstand auf dem Lagerplatz herrscht aber keineswegs, wie folgende Übersicht über geplante Projekte und Umzüge zeigt:Die ZHAW zieht um: Im Februar 2015 zieht das Zentrum für Produkt- und Prozessentwicklung von der Halle 191 in die Halle 118 um, die derzeit umgebaut wird. Ab 2018 werden die sanierten Hallen 189 und 191 für Architekturstudenten frei. Dann sollte auch der sechsstöckige Neubau der Genossenschaft Zusammenhalt stehen. Dieser enthält Wohnungen für Senioren, aber auch Vorlesungssäle und Labors für angehende Bauingenieure.Zwei neue kommen: Im Herbst 2015 sollen auf dem Vorplatz des einstigen Blocks (193) vis-à-vis des Kraftfeld das neue Kulturkino (192) und das Café Les Wagons in Betrieb gehen, das aus zwei fast hundertjährigen Wagen der Uetlibergbahn besteht.Mehr Platz für mehr Leute: Die Bewilligung für den Umbau der Halle 194, wo heute das Badmintoncenter drin ist, steht. Sie soll so auf- und umgerüstet werden, dass Schulklassen künftig dort turnen können. Zusätzlich wird ein neuer Boden eingezogen. Die so entstehenden Räumen mietet der Akademische Sportverband Zürich (ASVZ). Um neuen Platz für Garderoben zu schaffen, wird zusätzlich aufgestockt. Baubeginn ist Januar 2015.Neue Skills im Block: Im ehemaligen Block (193), wo heute der Tempodrom, die Brockenhalle und der ASVZ eingemietet sind, plant BMX-Nationaltrainer Roger Rinderknecht ab 2017 einen Skillspark mit Trampolin-, Fitness- und Freestyle-Bereich. Dessen Vorprojekt beim Technopark könnte schon im Frühling starten.

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