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Schluss mit sexy: Schule verbietet Hotpants

Die Sekundarschule der Zürcher Gemeinde Embrach erlässt einheitliche Kleiderregeln für alle. Dafür gibt es Lob von Experten. Nicht zuletzt darum, weil die Schüler mitreden durften.

Bisher galten an der Sek Embrach nur rudimentäre Kleiderregeln: Zweckmässig und angemessen sollte das Outfit der Schülerinnen und Schüler sein, hiess es. Doch ab sofort tritt ein verbindlicher Dresscode in Kraft, wie die Schulleitung mitteilte. Eine Übersicht der Verbote:

K Sichtbare Unterwäsche mit Ausnahme von BH-Trägern

K Knappe Shorts, Jupes oder Röcke. Zudem «übermässige» Ausschnitte, bauch- oder rückenfreie Oberteile

K Absatzschuhe, wenn sie den Schulalltag behindern

K Trainerhosen und sonstige Sportklamotten ausserhalb des Turnunterrichts

K Rassistische oder sexistische Slogans und Embleme

Der Grund für die Vorschriften waren immer wiederkehrende Diskussionen, wie Co-Schulleiter Michael Wyss sagt. Denn ob Schlabberjeans, tiefe Décolletés oder T-Shirts mit Hanfblättern durchgingen, hing bisher vor allem von den einzelnen Lehrerinnen oder Lehrern ab. Sie verfolgten allerdings keine einheitliche Linie. Zum Problem trug bei, dass die Sekschüler heute bei mehr Lehrpersonen Unterricht haben als früher. «Es kann nicht sein, dass bei Herrn Meier erlaubt ist, was Frau Müller verbietet», sagt Wyss. Grundsätzliche Gedanken spielten aber ebenfalls eine Rolle. «Wir sind der Meinung, dass die Schule ein Arbeitsort ist und Freizeitkleider nicht passen.»

Vor einigen Monaten gab die Schulleitung daher dem Schülerrat den Auftrag, einheitliche Kleiderregeln vorzuschlagen. Im Rat sitzen insgesamt sechs Schüler – je zwei aus jedem Jahrgang. Laut Wyss hätte der Schülerrat die Arbeit verweigern können, doch er nahm sie an. Wer gegen den neuen Dresscode verstösst, muss mit Sanktionen rechnen: Vorgesehen ist, dass der fehlbare Schüler ein T-Shirt oder Arbeitshosen anzieht, bis er nach Hause geht. Es gibt einen Eintrag im Kontaktheft und im Wiederholungsfall einen Telefon­anruf an die Eltern.

Uniform wäre «billige Lösung»

Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands, begrüsst das Vorgehen: «Schule ist Schule und keine Freizeitveranstaltung, deshalb finde ich es gut, wenn die Schüler adäquat gekleidet sind», sagt sie auf Anfrage. Erfreulich sei, dass die Embracher Schule nicht in die «billige Lösung» Schuluniform flüchte. Die Schüler müssten selbst lernen, sich passend anzuziehen.

In Basel gab es vor einigen Jahren einen Versuch mit Uniformen, der schon nach wenigen Monaten abgebrochen wurde. Wie Embrach setzen allerdings diverse Schulen auf Kleiderordnungen. Dies, obwohl die Massnahme unter Juristen als heikel gilt. Experte Peter Hofmann sprach in einem Aufsatz einmal von einem rechtlichen «Minenfeld», da die Vorschriften in den Erziehungsbereich der Eltern und die Freiheit der Schüler eingreifen. Doch das Vorgehen der Sek Embrach findet Hofmann «beispielhaft», wie er auf Anfrage sagt. Der Einbezug der Schüler sei ex­trem wichtig.

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