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Schneller Küng auf «zahmer» Piste

Wengen. Im ersten Abfahrts-training am Lauberhorn wurde Patrick Küng als bester Schweizer Vierter. Bestzeit auf einer langsamen Piste fuhr der Italiener Werner Heel.

Küng, der deutlich stärkste Swiss-Ski-Abfahrer dieses Winters, war der einzige Schweizer, der weniger als eine Sekunde auf die Spitze einbüsste (45 Hundertstel). «Klar reize ich auf der ersten Fahrt nicht gerade 100 Prozent aus», so der Glarner, der letzten Samstag 30 Jahre alt wurde. Es sei ihm aber schon wichtig, dass er von Anfang an vorne dabei sei. «Die Pause seit der Abfahrt in Bormio war recht lang. Deshalb wollte ich hier gleich wieder wissen, wo ich stehe und ob es noch funktioniert», so Küng.

Zweitbester Schweizer war Didier Défago. Der Lauberhorn-Sieger von 2009 verlor als Zehnter 1,14 Sekunden. Die erste Fahrt wollte Défago allerdings nicht überbewertet haben. Die Sicht sei nur mittelmässig gewesen und die Piste werde bis Samstag noch um einiges anders. «Da haben viele Leute wohl die ganze Nacht durchgearbeitet, damit die Piste für uns schon wieder so gut präpariert war. Bis Samstag kommt das gut», sprach der Abfahrts-Olympiasieger den Organisatoren und Helfern ein Lob aus.

Feuz: «Bin kein Favorit»

Erfreulich verlief auch Beat Feuz’ Rückkehr an die Stelle seines bisher schönsten Weltcupsieges. Der Gewinner von 2012 bremste im Zielhang stark ab, hatte nach rund 2:40 Minuten Fahrzeit aber trotzdem nur 1,68 Sekunden Rückstand. «Schön, hat es zuletzt geschneit», so der Berner, der seine erste Fahrt am Lauberhorn als «im Grossen und Ganzen als gut» empfand. Er habe die Fahrt genossen, so Feuz. «Wobei, auf dieser Strecke kommt dann bald die Milchsäure und man spürt in den Beinen die Anstrengung. Ich habe sicherlich einen Trainingsrückstand. Wenn sich dieser irgendwo bemerkbar macht, so ist es am ehesten hier im unteren Streckenteil in Wengen. Ich gehöre hier nicht zu den Favoriten.»

Carlo Janka reihte sich gleich hinter Feuz im 15. Platz ein. «Mal schauen, was am Samstag möglich ist», sagte der Bündner, der übermorgen aufgrund seiner hohen Startnummer um 40 deutlich benachteiligt sein wird.

Die Lauberhorn-Piste präsentierte sich nach den Schneefällen seit Montagnacht eher «zahm». Auch waren die Sichtverhältnisse nicht ideal, weshalb es zahlreiche Fahrer eher ruhig angehen liessen. So lag die Bestzeit des Italieners Heel fast zehn Sekunden über der letztjährigen Siegerzeit. Mit Peter Fill als Zweitem sowie Vorjahressieger Christof Innerhofer als Fünftem zeigten gestern Mittwoch am Lauberhorn, der mit über 4,5 km längsten Abfahrt im Weltcup, zwei weitere Südtiroler, dass mit ihnen am Samstag zu rechnen sein wird.

Fünf für drei

Das Quartett Küng, Défago, Feuz und Janka sowie das Nachwuchs-Duo Mauro Caviezel und Ralph Weber haben ihre Plätze für die Spezialabfahrt am Samstag auf sicher. Caviezel, der Sieger der Europacup-Abfahrt von letzter Woche in Wengen, wurde von der Trainer-Crew gesetzt, Weber hat von der letzten Europacup-Saison her einen Fixplatz für Weltcupabfahrten. Das bedeutet, dass im Abschlusstraining heute Donnerstag fünf Schweizer für die drei restlichen zur Verfügung stehenden Startplätze eine Ausscheidung bestreiten. Es handelt sich dabei um Marc Berthod, Marc Gisin, Nils Mani, Sandro Viletta und Silvan Zurbriggen. Letzterer war im ersten Training als 18. mit 2,23 Sekunden Rückstand deutlich der Schnellste dieses Quintetts. (si)

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