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Schon die dritte Explosion in zwei Jahren

Am Samstag detonierte ein Stadtbus-Ladegerät vor den Archhöfen. Eine Frau verletzte sich leicht. Wie jetzt erst bekannt wurde, kam es bereits 2012 zu zwei ähnlichen Vorfällen. Ein Experte kritisiert das Vorgehen von Stadtbus.

Samstagnachmittag kurz nach 13 Uhr in der Archstrasse: Nach einer Explosion schiesst eine Stichflamme dicht neben einem 4er-Bus in die Höhe. Dutzende Schaulustige verfolgen die Szene, befürchten einen erneuten Busbrand. «Ich dachte, da brennt schon wieder ein Bus aus wie im letzten April beim Stadthaus», erzählt eine Augenzeugin. Bald ist jedoch klar: Es ist nicht der Bus, der brennt, sondern eine externe Stromstation, die mit der Batterie des Dieselbusses verbunden ist. Daneben steht die Busfahrerin, laut der Augenzeugin macht sie einen «sehr verwirrten Eindruck». Später wird klar, dass sich die Frau leicht an der Hand verletzt hat.Bei der Stromstation handelt es sich um eine externe Batterie zur Starthilfe, einen «Booster», wie Stadtbus-Sprecher Reto Abderhalden heute auf Anfrage mitteilte. «Der Booster ist während der Stromübertragung explodiert», sagt Abderhalden. «Die verletzte Stadtbus-Angestellte wurde zur Kontrolle ins KSW gefahren.» Weitere gesundheitliche Folgen würden derzeit noch medizinisch abgeklärt.Die Fahrerin hatte das Ladegerät zuvor an ihr Fahrzeug angeschlossen, die Handhabung sei korrekt vorgenommen worden, betont man bei Stadtbus. Das Verkehrsunternehmen hat an drei Standorten in der Stadt Booster eingelagert. Sie sind vonnöten, wenn ein Fahrzeuge lange stehen musste, die Temperaturen tief sind oder eine Busbatterie im Depot nicht korrekt geladen wurde.

Erst jetzt informiert

Der Brand, der zu einem Sachschaden von 1000 Franken führte, ist nicht der erste seiner Art. «Insgesamt war dies die dritte Detonation eines Boosters», bestätigt Abderhalden. «Die ersten beiden fanden im Jahr 2012 statt.» Man habe damals nicht informiert, da es sich um eine «interne Angelegenheit» handle. Bei einem der damaligen Vorfälle wurde ein Stadtbus-Mitarbeiter durch einen Splitter leicht am Auge verletzt, der andere ging glimpflich aus. Seither habe man sich bei Stadtbus um mehr Sicherheit bemüht, betont Abderhalden. So habe man die Booster mit einer Stahlhülle ummantelt, da auch in der Betriebsanleitung auf die Gefahr von Explosionen hingewiesen werde. Da dies offenbar nichts genützt hat, werden die beiden übrigen Geräte nun aber eingezogen. Man sei im Gespräch mit dem Hersteller. Auch der Wissenschaftliche Dienst der Kantonspolizei Zürich hat die Ermittlungen aufgenommen.Ein vom «Landboten» kontaktierter Hersteller von Ladegeräten kritisiert die Verantwortlichen bei Stadtbus. Dass die Booster mit Stahl umfasst worden seien, sei kontraproduktiv, sagt der Experte, der nicht namentlich genannt werden möchte. «Wenn ein Ladegerät explodiert, muss der Druck irgendwie entweichen können, sonst wird ein Booster schnell zur Bombe.» Dem Hersteller sind keine weiteren Fälle von brennenden Starthilfen bekannt, er vermutet schwere Mängel bei der Produktion der Booster. Und er liefert einen Erklärungsansatz: Es sei möglich, dass das Ladegerät selber zu stark aufgeladen worden sei. Dies führe zur Ansammlung von Wasser- und Sauerstoff und damit zu einer Knallgasreaktion.

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