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Schüler singen für Familien auf der Flucht

Noch sitzt nicht jeder Ton, aber die Schüler der Sek Rickenbach wissen: Jeder Rappen zählt. Heute Abend geben sie ein grosses Weihnachtskonzert und sammeln dabei Spenden für Flüchtlinge.

Fast 90 Schülerinnen und Schüler sassen gestern an den Instrumenten oder mit Notenblättern auf den Knien im Saal der Sekundarschule in Rickenbach. Schulleiter René Aebi dirigierte mit strengem Blick. Konzentration war gefragt, denn die Töne müssen sitzen.Zum grossen Weihnachtskonzert heute Abend erwartet die Schule mindestens 400 Gäste – und die sollen spenden. «Ich bin zwar nicht so die Sängerin, aber meine Mutter freut sich schon mega auf das Konzert», sagt die 14-jährige Ladina Mala- volti. Fast alle Lieder würden ihr gefallen. «Aber manche sind schon ziemlich schwierig», sagt Gloria Lüen (14). Das Projekt sei «cool», finden die beiden. Jeder hat eine Aufgabe Alle drei Jahre gibt die Rickenbacher Sekundarschule ein Benefiz-Weihnachtskonzert. Beim letzten wurden über 4000 Franken gespendet. Dieses Jahr geht der Erlös an das Spendenprojekt Jeder Rappen zählt (JRZ) des Schweizer Radios und Fernsehens, bei dem für Familien auf der Flucht gesammelt wird. Gut 140 Schülerinnen und Schüler sind involviert. Die Klassen der ersten und zweiten Stufe singen und musizieren, die Drittklässler organisieren das Drumherum. Sie haben Dekorationen gebastelt, Guetsli für den Apéro gebacken und kümmern sich um die Infrastruktur. Zwei von ihnen übernehmen zudem die Moderation. «Jeder an der Schule ist für etwas verantwortlich», sagt Lehrerin Laura Huwyler. Das Musikprogramm hat Schulleiter Aebi zusammengestellt. Er ist unter anderem Musiklehrer und Dirigent von zwei Chören. «Das Wichtigste war, leicht singbare Lieder zu finden», sagt er. Auch sollten sie nicht zu gängig sein, damit es am Ende nicht langweilig werde. Die Klassiker «O du fröhliche» und «Stille Nacht» sind aber – wie jedes Mal – mit auf der Liste. Mitsingen ist dabei erwünscht. Bei Letzterem werden die Singenden sogar von Hackbrett und Querflöte begleitet – gespielt von Schülerinnen selbstverständlich. Die Jugendlichen sitzen nämlich auch selbst an den Instrumenten: ob Keyboard, Gitarre, Blockflöte oder Saxofon. Zwischen den Liedern werden Texte zum Spendenthema gelesen. Dieses fliesst teilweise auch in den Unterricht mit ein. «Für viele von uns ist das Thema Flucht weit weg und unvorstellbar», sagt Lehrerin Regula Müller. Obwohl es an der Schule auch Flüchtlinge gebe. Sie wolle die Bedeutung einer solchen Situation mit den Schülern beleuchten. Den Jugendlichen gefällt der Spendenzweck. Es sei eine «sinnvolle Aktion», findet Gloria. Und der 13-jährige Siye Negasi weiss, dass viele Flüchtlinge nichts mehr haben. «Da ist es gut, wenn wir für sie spenden», sagt er, der vor zehn Jahren selbst mit seiner Familie aus Eritrea in die Schweiz geflüchtet ist. Am Konzert wird er ein Solo singen. Ines Rütten Das Weihnachtskonzert in der Mehrzweckhalle in Sulz beginnt heute Abend um 20 Uhr.

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