Winterthur

Schüler sollen einfach Hilfe bekommen

Der Winterthurer Gemeinderat will die Schulsozialarbeit ausbauen.

Bei Problemen wie Gewalt und Mobbing können sich Schülerinnen und Schüler an die Schulsozialarbeit wenden.

Bei Problemen wie Gewalt und Mobbing können sich Schülerinnen und Schüler an die Schulsozialarbeit wenden. Bild: Ute Grabowski / photothek.net

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Die Schule ist längst nicht mehr einfach ein «Lernort». Das fand auch die SVP im Rat. «Neben reiner Wissensvermittlung hat die Schule zahlreiche Aufgaben zu bewältigen», sagte Gabriella Gisler (SVP). Sie anerkenne zwar, dass es die Schulsozoialarbeit braucht. Aber so stark ausbauen, wie die Zentralschulpflege dies vorschlägt, wollte sie nicht. Ein «moderater Ausbau» genüge.

In Zahlen sieht ein «bedarfsgerechter Ausbau» so aus: Pro 100-Prozent-Stelle Sozialarbeit sollen 690 Schülerinnen und Schüler betreut werden. Kostenpunkt: jährlich 3,2 Millionen Franken. Für diesen Stellenschlüssel hat sich die vorberatende Kommission bereits mit grosser Mehrheit ausgesprochen.

Für die CVP ist dieser Schlüssel aber zu hoch. Sie stellte im Rat den Antrag, dass auf ein Vollzeitpensum 750 Schülerinnen und Schüler kommen sollen. Damit entspreche man immer noch den Empfehlungen des Kantons, sagte André Zuraikat (CVP). Grund dafür sind finanzielle Überlegungen. «Das Budget zeigte, wie düster die finanzielle Lage ist», sagte Zuraikat. Unterstützung erhielt er nicht nur von der SVP, sondern auch von der FDP. «Winterthur ist nicht auf Rosen gebettet», sagte Anna Rellstab-Schneider (FDP).

«Langfristige Investition»

Die Befürworter fanden, man müsse investieren, um sparen zu können. «Mit dem Ausbau haben wir einen langfristigen Nutzen», sagte Sämi Müller (EVP). Die Präventionsarbeit, die mit dem tieferen Stellenschlüssel zu kurz kommen würde, sei schliesslich kein «nice to have», sondern könne auch Vandalismus entgegen wirken. Auch die SP sprach sich für den grösseren Ausbau aus. Der Vorschlag sei «kein Luxusmodell», sagte Gabi Stritt (SP). Wenn man beispielsweise nur eine Heimplatzierung verhindern könne, habe man rund 7000 Franken gespart.

Der zuständige Stadtrat Jürg Altwegg (Grüne), der gleichzeitig Präsident der Zentralschulpflege ist, musste nur eine Meinung vertreten; schliesslich befüworteten beide Gremien den Ausbau. Er freute sich, dass die Schulsozialarbeit so viel Anerkennung erhielt. «Das ist sicher auch Balsam für die Mitarbeitenden», sagte er.

Eine Delegation der Schulsozialarbeit sass mit deren Leiterin Vera Vogt auf der Zuschauertribüne und verfolgte die Diskussion sichtlich gespannt. Die Erleichterung war gross, als der Gemeinderat sich mit 46 zu 12 Stimmen für den Ausbau und gegen die Kürzung aussprach. Das letzte Wort hat dann allerdings das Volk an der Urne.

Erstellt: 20.01.2020, 21:00 Uhr

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