Aufarbeitung

Schüler stossen auf Wasserleiche

Im Spätsommer haben Oberstufenschüler eine Leiche im Tobelweiher bei Pfäffikon gefunden. Die Eltern wurden brieflich informiert, die Öffentlichkeit bisher aber nicht.

<b>Hier fanden</b> die Oberstufenschüler im Spätsommer die Leiche.

Hier fanden die Oberstufenschüler im Spätsommer die Leiche. Bild: Seraina Boner

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Kurz nach den Sommerferien geschah in Pfäffikon das, wovor sich viele Menschen fürchten, wenn sie Zeit in der Natur verbringen: Einige Schüler einer Oberstufenklasse der Schule Pfaffberg stiessen im Rahmen des normalen Sportunterrichts Ende August auf eine Leiche. Diese fanden sie im Tobelweiher oberhalb von Pfäffikon. Der Weiher ist ein idyllisches und beliebtes Ausflugsziel mit Brätelstelle im Wald, welches Biker und Jogger ebenso anzieht wie Spaziergänger, Fischer oder Hündeler.

«Sache schon verarbeitet»

Der Schulleiter der Oberstufe, Andreas Räz, bestätigt den Vorfall auf Anfrage: «Einige Schüler sind auf eine Leiche im Tobelweiher gestossen», sagt er. Die Eltern der Jugendlichen seien daraufhin in Form eines Elternbriefes über den Vorfall knapp informiert worden. Und die Schüler habe man in Absprache mit der Kantonspolizei durch die Lehrpersonen engmaschig betreut und begleitet. «Wir haben den Vorfall verarbeitet und schon fast wieder vergessen», sagt Räz.

Doch ein Angehöriger eines betroffenen Schülers hatte sich an die Lokalzeitung gewendet, da im Elternbrief zwar über den Vorfall, nicht aber über die Todesursache der gefundenen Wasserleiche aufgeklärt worden sei.

Nichts für die Öffentlichkeit?

Der Leiter der Schulverwaltung, Dominique Dubs, zeigt Verständnis für die Anfrage. Er begründet die zurückhaltende Informationspolitik aber folgendermassen: «Es wurde nach Rücksprache mit der betroffenen Klasse zusammen mit der Kantonspolizei und Fachstellen entschieden, diesen Vorfall lediglich im Klassengefüge zu verarbeiten.» Eine Information für die Öffentlichkeit sei es aus Sicht der Schulverwaltung nicht. «Und das zählt auch nicht zu den Aufgaben der Schule, daran halten wir nach wie vor fest», sagt Dubs.

Die Kantonspolizei Zürich hielt sich bei der Veröffentlichung von Informationen zum Vorfall im Tobelweiher ebenfalls zurück. Bei den Ermittlungen habe zu Beginn Suizid als Todesursache im Vordergrund gestanden, sagt Marc Besson von der Medienstelle der Kantonspolizei. «Die Ermittlungen sind mittlerweile aber abgeschlossen, und es steht nun ein medizinisches Problem oder ein Unfall als Todesursachen im Vordergrund.» Auf eine aktive Information habe die Kantonspolizei aus Pietätsgründen und aus Rücksicht auf den Verarbeitungsprozess verzichtet.

Jugendliche begleitet

Aktiv war die Kantonspolizei allerdings bei der Unterstützung der Jugendlichen. «Wir haben unterschiedliche Massnahmen, um Betroffene von traumatisierenden Erlebnissen zu begleiten», sagt Besson. Dazu zähle ­etwa ein Careteam, der Jugenddienst oder andere externe Experten. «Mit der Pfäffiker Schulklasse standen wir zwar nicht in direktem Kontakt, dafür aber mit ihren Lehrpersonen.» Diesen sei man beratend zur Seite gestanden und habe ihnen vermittelt, dass es helfen könne, über den Vorfall zu sprechen. Dies könne unterstützend für den Verarbeitungsprozess sein, sagt Besson weiter. Autorin: Kathrin Reimann

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Erstellt: 22.11.2017, 22:29 Uhr

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