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Schule als Fusionsbeschleuniger

Der Kanton stopft das grosse Loch in der Sternenberger Kasse noch bis ins Jahr 2017. Dass es trotzdem mit einer Fusion eilt, liegt am fehlenden Nachwuchs.

Jedes Jahr fehlt der Gemeinde Sternenberg rund eine Million Franken, um die Rechnung ausgeglichen zu gestalten. Dies entspricht einem Drittel des jährlichen Gesamtaufwands. Bis 2017 ist dies kein Problem: So lange gleicht der Kanton das Defizit noch aus. Erst danach ist Schluss mit dem Übergangsausgleich, und der Steuerfuss ist nach oben offen. Wieso also die Eile für eine Fusion mit Bauma? «Die Schule wirkt als Treiber», erklärte Gemeindepräsidentin Marianne Heimgartner (EVP) am Dienstagabend bei der ersten Informationsveranstaltung in Bauma (siehe «Landbote» von gestern). Die Sternenberger Primarschule gerät nämlich schon im Schuljahr 2014/15 in Not, weil die Grundstufe abgeschafft wird. Dann bräuchte es für bloss fünf Kinder einen eigenen Kindergarten. Deshalb wird eine Fusion mit Bauma auf den 1. Januar 2015 angestrebt. Allerdings klappt dies nur, falls der Zeitplan nicht in Verzug gerät und die Stimmbürger beider Gemeinden den Zusammenschlussvertrag an der Urne annehmen. Diese Abstimmung ist im November 2013 vorgesehen. Tagesschule in Sternenberg? Der Baumer Schulpräsident Rudolf Bertels (FDP) steht einer Zusammenlegung der Schulen positiv gegenüber. Er hat gleich in mehrfacher Hinsicht Verwendung für das Sternenberger Schulhaus. Einerseits könnte es analog dem Baumer Schulhaus Wellenau als «Ausgleichsstandort» dienen. «Schüler verschieben wir schliesslich schon länger», sagte Bertels am Infoabend. Zudem seien die Baumer Schulhäuser ziemlich voll. Andererseits sieht er die Möglichkeit einer Tagesschule. «Dieses Bedürfnis wird irgendwann kommen.» Alt Gemeindepräsident Peter Good (SVP) sah deswegen aber keine Notwendigkeit für eine Fusion: «Dieses Problem könnte man auch einfach mit Zusammenarbeitsverträgen lösen.» «Noch kein Präzedenzfall» Bei einer Fusion fordert die Gemeinde Bauma, dass der Kanton nicht nur die Schulden übernimmt, sondern auch Investitionsbeiträge für die teure Sternenberger Wasserversorgung zahlt. Wie realistisch ist dies? «Der Schuldenabbau lässt sich aus früheren Fusionsgesuchen herauslesen», so Bertels. Bei der gescheiterten Fusion zwischen Schlatt und Hofstetten war der Kanton etwa bereit, die vergleichsweise hohe Nettoschuld der beiden Gemeinden auf rund 1000 Franken pro Kopf zu reduzieren. Völlig offen sei dagegen die Si­tua­tion bei der Wasserversorgung. «Da gibt es noch keinen Präzedenzfall.»

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