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Schulkamerad mit kalter Schnauze

Haustiere sind süss und flauschig, aber manche können noch mehr. In der Primarschule Pfungen unterstützt ein ausgebildeter Sozialhund die Lehrerin beim Unterrichten.

Ruhig liegt er auf seiner Decke und schläft. Selbst als Katze Luana laut miauend um ihn herumschleicht, zuckt der schwarze Labrador nicht einmal mit der Wimper. Smaug ist nämlich ein ausgebildeter Sozialhund. Seinen gefährlich anmutenden Namen erhielt der heute in Hettlingen lebende Labrador an seinem Geburtsort, der Hundezucht in Allschwil bei Basel. Doch Smaug hat so gar nichts von dem bösen Drachen, der im «Hobbit» den Zwergen ihren Schatz stiehlt. Nein, dieser schwanzwedelnde Bursche mit dem glänzenden Fell ist die Ruhe selbst. Dort, wo er herkommt, werden Blindenführhunde, Autismus-Begleithunde, Sozialhunde und Assistenzhunde für körperlich behinderte Menschen grossgezogen. Je nach Eignung wird den Hunden eine Aufgabe zugeteilt, für die sie dann ausgebildet werden. Smaug sollte erst Blindenführhund werden. Weil der Labrador Gedränge jedoch lieber aus dem Weg geht, anstatt sein Herrchen sicher hindurchzugeleiten, hat ihn Christine Müggler zu sich genommen. Gemeinsam haben die beiden die Ausbildung zum Sozialhund gemacht. Denn auch der Hundehalter muss eine Menge lernen, bevor Sozialbesuche gemacht werden dürfen. «Man muss die Zeichen des Hundes lesen können», sagt Christine Müggler. Denn im Ernstfall ist es wichtig, dass sie frühzeitig erkennt, wenn Smaug sich nicht mehr wohl fühlt. Wenn das der Fall ist, wird die Begegnung sofort abgebrochen. Doch das sei noch nie nötig gewesen, sagt Müggler. Demente Frau lacht wieder Smaug hat ganz unterschiedliche Einsatzorte: Einmal besucht er ein Heim für cerebral gelähmte Kinder, ein anderes Mal versüsst er den Bewohnerinnen und Bewohnern eines Altersheims den Tag. Doch immer berührt Smaug die Menschen. Eine demente Dame, der er ein Rüebli aus der Hand futterte, brachte Smaug zum ersten Mal seit langer Zeit wieder zum Strahlen. Haupteinsatzort für den Sozialhund aber ist die Primarschule Pfungen. Dort begleitet er jetzt schon seit drei Jahren den Handarbeitsunterricht von Christine Müggler. Die zwei Klassen haben grosse Freude an ihrem Schulhund. Für viele ist Smaug ein richtiger Freund. Schüchterne Kinder lernen mit Befehlen an den Hund, bestimmt zu sagen, was sie wollen, und die Hibbeligen können sich besser konzentrieren, wenn Smaug sich neben sie legt. «Er ist so ruhig, dass man manchmal gar nicht merkt, dass er da ist», erzählt die Schülerin Sanika. Tier geeignet um Sozialkompetenz zu verbessern Auch Geduld und Empathie lernen die Kinder durch den Kontakt zu dem achtjährigen Vierbeiner. «Die Haltung des Menschen spiegelt sich im Hund wider», meint Müggler. Deshalb eigne sich das Tier sehr gut, um Selbstreflexion zu üben und die Sozialkompetenz zu verbessern. Dieses Jahr hat Smaug eine der Klassen zum ersten Mal ins Lager begleitet. Sehr zur Freude der Mädchen und Jungen. «Immer, wenn ich beim Pingpong rausgeflogen bin, bin ich zu Smaug gegangen, um ihn zu streicheln», erzählt Giulio. Der Labrador war auch die Anlaufstelle, wenn es einmal nicht ganz rundlief. «Heimweh zum Beispiel verfliegt mit ein bisschen Hundeknuddeln meist viel schneller», so Müggler. Und als Maurice sich beim Wandern den Fuss verletzt habe, sei er hinten bei Smaug mitgelaufen. «Da hat es gleich weniger wehgetan», erzählt er.

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