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Schulkreise verwalten Sonderschulbudgets künftig selbst

Die Stadt Winterthur friert ihre Ausgaben für Sonderschulen ein. Neu sollen die Kreisschulpflegen selbst über ihr Budget entscheiden: Wollen sie Kinder extern platzieren oder das Geld für interne Massnahmen einsetzen?

Seit Jahren steigen in Winterthur die Fallzahlen und die Kosten für Sonderschulung. Die Zahl der Sonderschüler stieg in den letzten zehn Jahren von 280 auf fast 500. Die Kosten für auswärtige Sonderschulung stiegen von 3 auf 14 Millionen Franken, insgesamt sind es sogar 22 Millionen «So kann es nicht weitergehen», sagt Schulvorsteher Stefan Fritschi (FDP). «Dieses Geld geht letzlich der Regelschule verloren. Das neue Konzept, mit dem Winterthur die Entwicklung in den Griff kriegen will, sei «pionierhaft», sagt Fritschi. Entwickelt wurde das Konzept «Stärkung der Integrationskraft der Regelschule durch Ressourcenmanagement» (Sirma) in einem sogenannten Think Tank, einer Arbeitsgruppe, in dem vor allem Schulleiter sassen.

«Kein Sparprojekt»

«Sirma kehrt die Anreize um», sagt Fritschi. Bisher habe es einen Anreiz gegeben, «schwierige» Schüler zu Sonderschülern zu erklären, um die Lehrpersonen zu entlasten. Neu fällt diese Entscheidung nicht mehr zentral, sondern in den Kreisschulpflegen. Gleichzeitig übernehmen diese auch die Verantwortung für ihr Sonderschulbudget. Das heisst: In Oberwinterthur, wo dieses Schuljahr 5,14 Millionen Franken für Sonderschulungsmassnahmen ausgegeben werden, darf Schulpflegepräsident Toni Patscheider über eben diesen Betrag entscheiden. Und zwar auch in den kommenden Jahren. Ob das Budget für Sonderschulheime oder für zusätzlichen Förderunterricht in der Klasse verwendet wird, liegt neu in der Kompetenz der Praktiker. «Das schenkt ein», sagt Fritschi. Ein Sonderschulheim koste schnell über 100000 Franken pro Jahr. Kann ein Schüler abgelöst werden, spielt die Schule das Geld für andere Projekte frei, die der ganzen Schule zu Gute kommen. Ziel sei ein individualisierender Unterricht. Eine weitere Neuerung ist die Einführung standardisierter Tests für die Abklärung der Sonderschulbedürftigkeit. Auf dieser Basis soll eine Förderplanung entwickelt werden, deren Umsetzung in Zusammenarbeit mit den Eltern erfolgt. Eine Sonderschulmassnahme soll nur bei klar ausgewiesenem Bedarf eingeleitet werden. Die Zentralschulpflege hat das Konzept im September 2013 verabschiedet, seit November wird es umgesetzt. «Es ist kein Sparprojekt» beteuert Fritschi. «Wir sparen keinen Rappen. Weiterhin stehen 22 Millionen Franken für Sonderschulung zur Verfügung. Aber wir wollen das Wachstum aufhalten.» Zudem sei klar: Mit einer Sonderschulquote von fünf Prozent liege Winterthur klar zu hoch. Im Kanton beträgt sie 3,5 Prozent.

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