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Schulstuben im Quervergleich

Der Fotograf Pascal Uehli aus Rorbas will während der nächsten Jahre in einem Grossprojekt die Vielfalt der Bildungssysteme dokumentieren.

Für einen, der von sich sagt, dass er in die Ferien gehe wie andere in den Ausgang, ist es vielleicht gar nicht so ein monströses Unterfangen: Der Rorbaser Fotograf Pascal Uehli will in den kommenden drei Jahren in Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern eine Text-und-Bild-Reportage über die weltweite Vielfalt der Bildungssysteme erarbeiten.

Der 30-Jährige, welcher bisher hauptsächlich in der Reisebranche tätig ist, hat schon zahlreiche Länder bereist, doch künftig sollen es noch mehr werden: So will er im Rahmen seines Fotoprojekts nach Namibia, Kambodscha, Japan, aber auch nach Grönland reisen und dabei auch die Si­tua­tion in der Schweiz dokumentieren: Dazu will er mit seiner Kamera Schulen in Bergdörfern aufsuchen. Zum einen soll seine Arbeit als Fotobildband erscheinen. Die Hintergründe zu den Bildern will er in Textform über die Community-Plattform Facebook veröffentlichen.

«Does it matter?», so lautet der Titel des Projekts. Damit stellt Uehli die Frage, ob es eine Rolle spiele, mit welchen Mitteln an einer Schule unterrichtet werde und in welcher Form. «Ich könnte mir vorstellen, dass in afrikanischen Ländern, wo die Infrastruktur vielleicht nicht so komfortabel ist wie in der Schweiz, die Lehrer möglicherweise freier unterrichten und damit der Unterricht weit besser ist, als man denken könnte», mutmasst Uehli.

Zu welchem Ergebnis er im Laufe seiner Recherchen kommen wird, ist für ihn insgesamt noch völlig offen. Mit der Reportage will er ohnehin nicht Antworten liefern, sondern die Rezipienten zu eigenen Gedanken anregen.

Selber unterrichtet

Zum Thema Lehren hat der Teamleiter im Backoffice des Schweizer Tui-Hauptsitzes in Zürich einen persönlichen Bezug, unterrichtet er doch an einer Tourismusberufsschule das Fach Destinationskunde. Das Reisen wiederum brachte ihn zur Fotografie. Bei einem Aufenthalt in der Ukraine hatte er bereits Gelegenheit, in einer verlassenen Schule im Dorf Kopachi zu fotografieren, das nach dem Tschernobyl-Unfall evakuiert worden war. Gerne hätte er damals im Land auch in einer Schulstube bei laufendem Schulbetrieb fotografiert. Dabei stellten sich aber unvorhergesehene administrative Hürden in den Weg, weshalb es vor seiner Rückreise nicht mehr dazu kam.

Finanzierung via Crowdfunding

Wenn er es sich auch nicht leisten könne, volle drei Jahre unbezahlten Urlaub zu nehmen, erlaube sein Erstberuf mindestens die intensive Reisetätigkeit: Seine Zielländer will er jeweils wochenweise bereisen.

Zur Finanzierung der Buchveröffentlichung soll Crowdfunding beitragen: Ein Drittel der Kosten will er mit Hilfe der Onlineplattform Wemakeit zusammenbringen. Von den angepeilten 6000 Franken ist bislang die Hälfte gesichert. Die Sammelaktion läuft noch bis am 6. April.

Ehe das Buch in Druck gehen kann, wird Uehli zunächst noch zu so mancher Reportagereise aufbrechen. Als Erstes steht Namibia auf dem Reisefahrplan: Dort wird er in den Townships von Wind­hoek eine private Schule besuchen, welche ausschliesslich über Spenden finanziert wird.

wemakeit.ch/projects/doesitmatter

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