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Schweden jagt ein Phantom

Schwedens Marine setzte gestern die Jagd nach dem mysteriösen Wasserfahrzeug fort. Verteidigungsminister und Oberbefehlshaber nahmen Stellung, enttäuschen aber die Zuhörer. Medien und Militär werden zunehmend kritisiert.

Schweden sucht weiter. Die Jagd nach einem angeblich russischen U-Boot in den Schären vor Stockholm wurde gestern «mit voller Stärke» fortgesetzt. Bei einer um die Mittagszeit in Stockholm einberufenen Pressekonferenz des schwedischen Verteidigungsministers Peter Hultqvist und des schwedischen Oberbefehlshabers Sverker Göranson hagelte es kritische Fragen.

Alle dementieren alles

Göranson musste einräumen, die Jagd sei weiterhin ergebnislos. Was für ein Wasserfahrzeug gesucht werde und ob es russisch ist, konnten oder wollten Verteidigungsminister und Oberbefehlshaber nicht beantworten. Der Oberbefehlshaber bestätigte auch nicht Angaben der Zeitung «Dagens Nyheter» vom Dienstagvormittag, wonach die Marine endlich Kontakt zu dem gesuchten Objekt aufnehmen konnte. «Es gibt viele, die sich wünschen, dass wir wirklich etwas physisch beweisen können. Das ist sehr schwer», sagte Göranson. Auch die Frage, warum gerade Schweden so interessant für die Russen sein soll, blieb ungeklärt. Russische U-Boote in Schweden sollen laut vagen Erklärungen von schwedischen Militärexperten Sonden auf dem Meeresboden hinterlassen können, die in Kriegszeiten Informationen über Truppenbewegungen geben können.

Das «Budget-U-Boot»

Gleichzeitig wird immer mehr Kritik laut. Den Medien wird vorgeworfen, sich in ihrer Sensationsgier einer «Kriegspsychose» ohne Quellenkritik hinzugeben. Das Militär wiederum betreibe Panikmache. Das vermeintliche U-Boot wurde gar als «Budget-U-Boot» bezeichnet, also eine Waffe, mit der Schwedens Militär die von Politikern gewünschte Verkleinerung des Verteidigungsapparates torpedieren könne, so ein Kommentator in der bürgerlichen Zeitung «DN». In der Tat nutzte das Militär die vergangenen Tage, um ständig darauf hinzuweisen, wie schlecht es für die Suche nach dem vermeintlichen U-Boot ausgerüstet ist. Oberbefehlshaber Sverker Göranson hatte bereits zuvor gegen die bürgerliche Regierung mit unautorisierten Äusserungen eine eigenständige Militärkampagne geführt, die in anderen Ländern wohl zur Suspendierung geführt hätte. So forderte er öffentlich mehr Geld und warnte, Schweden könne nur noch Teile des Landes verteidigen.

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