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Schweiz hängt viele EU-Staaten ab

Die Schweiz ist wirtschaftlich stärker mit dem EU-Binnenmarkt verwoben als die meisten EU-Mitgliedstaaten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der deutschen Universität Göttingen.

«Kleinere Länder sind zwar grundsätzlich stärker mit den Nachbarländern verflochten als grosse», sagte Co-Studienautor Jörg König von der Universität Göttingen auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Doch die Schweiz habe auch kleine EU-Mitglieder wie Österreich, Dänemark und die Niederlande klar geschlagen. Seit 2004 sei die Verflechtung der Schweiz mit dem EU-Raum zudem stark angestiegen, sagte König, der zusammen mit der Wirtschaftsprofessorin Renate Ohr einen EU-Integrationsindex erstellt und diesen für einen Bericht der «Neuen Zürcher Zeitung» vom Dienstag um die Schweiz erweitert hatte.

Bessere Kennzahlen

Als Grund für die enge Verflechtung nannte Jörg König die hohe Einwanderung von europäischen Arbeitskräften. Zudem sei die Schweiz beim Handel mit Dienstleistungen sowie bei den Direktinvestitionen besonders stark mit dem EU-Raum verwoben. Nebst der Binnenmarktverflechtung verglichen die Forscher in einer weiteren Rangliste, wie stark wirtschaftliche Kennzahlen wie das Pro-Kopf-Einkommen, die Arbeitskosten, die Staatsverschuldung und die Steuern übereinstimmten. Bei diesem sogenannten Konvergenzindex fiel die Schweiz unter den 25 untersuchten Staaten vom 19.Rang im Jahr 2004 auf den 22.Rang im Jahr 2012 zurück. Dieses Abrutschen sei aber aus Sicht der Schweiz nicht negativ zu beurteilen, sagte König. «Wegen der Finanzkrise haben sich die Kennzahlen der Schweiz positiver entwickelt als die des EU-Durchschnitts.» So sei etwa das Preisniveau stabil geblieben und auch die Staatsschulden habe man im Griff gehabt. Wegen der im Februar angenommenen SVP-Zuwanderungsinitiative bestehe nun die Gefahr, dass die Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und der EU beeinträchtigt werden, sagte König.

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