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Schweizer Arzt kommt bei Attentat ums Leben

Bei einem Bombenattentat in Mogadischu ist ein Schweizer Arzt ums Leben gekommen. Er war über viele Jahre für ein Winterthurer Hilfswerk tätig.

Eine Autobombe hat am letzten Sonntag in Mogadischu mindestens 15 Menschen in den Tod gerissen, wie verschiedene Agenturen meldeten. Unter den Opfern waren zahlreichen Ärzte – auch Abdirisak Warsame, ein Schweizer Arzt somalischer Abstammung mit engen Verbindungen nach Winterthur. Nur ein Spital, nur ein Arzt Der 49-Jährige hatte bis zu seinem Tod das Spital in der zentralsomalischen Stadt Abudwak geleitet, das von der Winterthurer Hilfsorganisation Hadia Medical Swiss aufgebaut wurde. Das Spital habe damit seinen einzigen Arzt verloren, sagt Walter Thöni, der Präsident des Winterthurer Hilfswerkes. Das sei umso dramatischer, weil es sich beim Spital um die einzige medizinische Einrichtung in Zentralsomalia handle. Thöni ist tief betroffen vom Attentat. Abdirisak Warsame war mit seiner Schwester verheiratet und wohnte mit ihr zusammen in Kriens. Nach der Scheidung blieben die Beziehungen intakt: Über die Hadia Medical Swiss baute Thöni mit Warsame in Somalia das Spital auf, das dieser ab 2005 leitete. Bis vor zwei Jahren unterstützte die Hilfsorganisation das Spital finanziell. Dann sei die ­Lage unübersichtlich geworden. «Wir konnten das Controlling nicht mehr nach unseren Massstäben durchführen und mussten die Zahlungen einstellen.» Hadia Medical Swiss konzentriere sich unterdessen auf Somaliland, den politisch stabileren Norden. Trotzdem fühlt sich Thöni nach dem Attentat in der Pflicht. «Wir haben viel in das Spital investiert. Es ist im Interesse der Stiftungen und Gönner, die uns jahrelang unterstützt haben, vor allem aber der Bedürftigen vor Ort, dass der Spitalbetrieb weiterläuft.» Thöni hat deshalb begonnen, Kontakt zu lokalen Clans in Somalia herzustellen. «Erst müssen wir mit dem Ältestenrat vor Ort einig werden, dann müssen wir Geld suchen», sagt er. Islamistischer Terror Der Bombenanschlag sei eine gezielte Aktion gewesen, sagt Thöni. In dem Lokal hätten sich wissentlich Ärzte aufgehalten, die für einen Kongress in die Stadt gekommen waren. Unterdessen hat sich die radikalislamische al-Shabaab zum Attentat bekannt. Die Terrormiliz kon­trol­liert nach ihrer Vertreibung aus Mogadischu 2011 noch immer Gebiete im Süden und Zen­trum des Landes. Erklärtes Ziel ist die Errichtung eines Gottesstaates. www.hadiamedical.ch

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