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Schweizer Casinos nehmen erneut weniger ein

Die Schweizer Casinos haben im Jahr 2013 aus Glücksspielen insgesamt 746,2 Millionen Franken eingenommen. Gegenüber dem Vorjahr sank der Bruttospielertrag um 11,3 Millionen Franken.

Der Rückgang sei auf die Konkurrenz in den Nachbarländern und das wachsende Angebot der Internetspiele zurückzuführen, schreibt die für die Aufsicht zuständige Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Jahresbericht.

Der Rückgang wäre indes grösser ohne die neuen Casinos in Zürich und Neuenburg, die Ende 2012 eröffnet wurden. Diese hätten die sinkenden Einnahmen fast vollständig zu kompensieren vermögen, schreibt die ESBK.

Vor allem Automaten

In erster Linie werden die Einnahmen mit Geldspielautomaten generiert. 2013 brachten diese 604,6 Millionen Franken ein, 17 Millionen weniger als im Vorjahr. Mit Tischspielen erzielten die Spielbanken 141,5 Millionen Franken, 5,7 Millionen mehr als im Vorjahr.

Die Casinos entrichteten zusammen eine Spielbankenabgabe in der Höhe von 356,5 Millionen Franken, was einem Rückgang der Steuereinnahmen von 17,1 Millionen Franken entspricht. 305 Millionen Franken flossen an die AHV, 51,5 Millionen Franken an die Standortkantone von B-Spielbanken.

Baden spürt neue Konkurrenz

Am meisten hat mit rund 78,6 Mio. Franken das Casino von Montreux eingenommen. Eine grössere Einbusse musste die Spielbank Baden hinnehmen. Während der Bruttospielertrag 2012 über 92 Mio. Franken lag, erzielte das Casino 2013 noch rund 66,7 Mio. Franken.

Einige Spielbanken hätten infolge der Eröffnung der neuen Casinos in Zürich und Neuenburg grössere Einbussen hinnehmen müssen, hält die ESBK fest. Die Spielbank in Zürich erzielte einen Bruttospielertrag von 61 Mio. Franken, jene von Neuenburg verzeichnete 19,3 Mio. Franken.

Politisch exponierte Personen

Die ESBK führte 2013 bei allen 21 Spielbanken mindestens zwei ordentliche Inspektionen durch. Überprüft wurde zum einen die Umsetzung der Sozialkonzepte. Casinos müssen Personen vom Spielbetrieb ausschliessen, die überschuldet sind, ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen oder Spieleinsätze riskieren, die in keinem Verhältnis zu ihrem Einkommen und Vermögen stehen.

Zum anderen müssen die Casinos als Finanzintermediäre Sorgfaltspflichten zur Bekämpfung der Geldwäscherei erfüllen. Bei Verdacht müssen sie die Meldestelle für Geldwäscherei informieren. Probleme stellte die ESBK in einigen Spielbanken im Zusammenhang mit der Überprüfung von politisch exponierten Personen fest, wie es im Jahresbericht heisst.

Kadermitglied stiehlt Jetons

Im Zusammenhang mit illegalen Spielen wurden im vergangenen Jahr 115 Straffälle neu eröffnet. Davon betrafen rund 90 Prozent Spielangebote in Form von Computer-Stationen in Restaurants und anderen öffentlichen Einrichtungen.

Zu den "besonderen Vorkommnissen" des Jahres zählt die ESBK den Diebstahl von Jetons durch ein Kadermitglied einer Spielbank, der Ende 2012 entdeckt wurde. Sie eröffnete eine Administrativuntersuchung. Mit Hilfe von Videoaufnahmen konnte die Vorgehensweise ermittelt werden.

Einzelne Spielbanken verzeichneten ausserdem im Frühjahr unerklärlich hohe Verluste bei Tischspielen. Laut ESBK lag dies an veraltetem Spielmaterial: Bei einigen Roulettekesseln wurden gewisse Nummern statistisch gesehen übermässig oft gezogen. Wusste ein Spieler davon, konnte er profitieren - zum Nachteil der Spielbank und der AHV. Die betroffenen Spielbanken wurden daher angewiesen, Massnahmen zu ergreifen.

(sda)

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