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Schweizer Verwaltungsräte sind alt, männlich und unter sich

In den Verwaltungsräten von Schweizer Unternehmen sitzen überdurchschnittlich viele alte Personen und Männer. Ausserdem finden sich immer wieder die gleichen Gesichter: 28 Prozent aller Schweizer Verwaltungsräte üben drei oder mehr Mandate aus, was europaweit ein Spitzenwert ist.

Im europäischen Durchschnitt haben nur 11 Prozent aller Verwaltungsräte drei oder mehr Mandate inne, wie eine am Montag veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Heidrick & Struggles zeigt. Auf den Schweizer Spitzenwert von 28 Prozent, folgen Grossbritannien mit 24 Prozent und Schweden mit 23 Prozent.

Auch beim Alter der Verwaltungsräte ist die Schweiz vorne mit dabei. Der durchschnittliche Schweizer Verwaltungsrat ist 60,6 Jahre alt. Nur die spanischen Verwaltungsräte sind mit 61,2 Jahren im Schnitt noch älter. Der europäische Mittelwert liegt bei 58,2 Jahren.

Nach wie vor äusserst selten anzutreffen sind Frauen in Schweizer Verwaltungsräten. Zwar ist deren Anteil zwischen 2011 und 2013 von 11 auf 14 Prozent gestiegen. Im Vergleich mit Europa ist dies allerdings immer noch wenig. Der europäische Durchschnitt ist in den letzten zwei Jahren von 12 auf 17 Prozent angestiegen.

Spitzenreiter ist - auch dank Quote - Norwegen mit 39 Prozent weiblichen Verwaltungsräten. In Finnland sind 27 Prozent aller Verwaltungsräte Frauen, in Frankreich 25 Prozent. Am unteren Ende der Rangliste liegen Polen und Portugal mit je 8 Prozent weiblichen Verwaltungsräten.

Wenig Doppelmandate

Das umstrittene Doppelmandat, bei dem der Verwaltungsratspräsident gleichzeitig Geschäftsführer ist, ist in der Schweiz verpönt. In nur 5 Prozent der Schweizer Unternehmen wird dieses Modell noch praktiziert. In Europa ist das Doppelmandat in immerhin noch 20 Prozent der Unternehmen anzutreffen, in Frankreich noch in 70 Prozent aller Firmen.

Viele Schweizer Verwaltungsräte waren dagegen früher einmal Chef eines Unternehmens. In der Schweiz ist dies bei jedem zweiten Verwaltungsrat der Fall, im europaweiten Durchschnitt liegt der entsprechende Anteil bei nur einem Drittel.

Die Studie, für die 400 Unternehmen untersucht und 240 Verwaltungsräte interviewt wurden, fragte letztere auch nach der Zufriedenheit mit den eigenen Leistungen. Auffällig ist, dass europaweit mehr als die Hälfte aller Verwaltungsräte mit der Erfüllung ihrer Aufgabe bei der Nachfolgeplanung im Unternehmen nicht zufrieden sind.

Ein Verwaltungsrat investiere im Schnitt rund 215 Arbeitsstunden pro Jahr in sein Mandat, davon jedoch nur rund 2 Stunden für die Nachfolgeplanung im Unternehmen, besagt die Studie. "Offensichtlich haben Verwaltungsräte selber zu wenig Zeit, sich mit dieser wichtigen Frage auseinanderzusetzen", wird Dominik Brülisauer von Heidrick & Struggles in der Medienmitteilung zitiert.

(sda)

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