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Schwimmen im Flutlicht

Schwimmer müssen sich warm anziehen: Zwei Wochen lang können sie nur in der Badi Seebach ihre 50-Meter-Bahnen ziehen. Es ist ein Freibad, das Becken ist beheizt.

Still, so still: Nur das Spritzen des Wassers unter den eigenen Schwimmzügen, dazu das Blubbern der Luft, unter Wasser ausgestossen – sonst ist nichts zu hören. Die Luft, die ich einatme, kräftig, bei jedem dritten Schlag, ist kalt und sie ist frisch. Es ist der erste Morgen, an dem die Badi Seebach für Schwimmer geöffnet ist, die ein 50-Meter-Becken bevorzugen. Das Hallenbad City ist wegen Baumängeln nach einer langen Sanierungspause noch immer nicht wieder geöffnet. Während der Herbstferien ist zusätzlich das Hallenbad Oerlikon geschlossen, weil dort Revisionsarbeiten durchgeführt werden. Kalt duschen bei neun Grad Damit steht zwei Wochen lang kein überdachtes Becken mit olympischen Massen zu Verfügung. Das Angebot des Sportamtes für diese Zeit ist, das Schwimmerbecken in Seebach auf mindestens 24 Grad zu heizen und die Badi täglich so lange zu öffnen wie das Hallenbad Oerlikon während der Schliessung des City: von 6 bis 23 Uhr. «Es entstehen Kosten im fünfstelligen Bereich», teilt das Sportamt mit. Angesichts der hohen Besucherzahl im Hallenbad Oerlikon sei diese Ausgabe aber gerechtfertigt. Der Himmel ist noch dunkelblau, das Wasser aber leuchtet in einem sanften Türkis, eigentlich unwirklich, aber sieben Scheinwerfer auf provisorischen Ständern beleuchten das Becken von draussen. Lampen in den Bassinwänden scheinen ebenfalls. Die Luft misst neun Grad, ich spüre die Kälte an den Armen, wenn ich sie aus dem Wasser hebe. Das stört nicht, aber es gab einen kritischen Moment: als ich mich vor dem Schwimmen im Freien kalt abduschte. Herbsttaugliche Garderoben Das Schwimmen im Freibad macht mehr Spass als drinnen, nicht nur weil das Wasser weniger Chlor enthält und besser riecht. Sondern vor allem, weil man Platz hat. Im Hallenbad Oerlikon herrscht jeweils Gedränge im Becken, egal zu welcher Zeit. Viele zusätzliche City-Stammkunden bringen das Bad an seine Kapazitätsgrenze. Laut Aussage des Zürcher Sportamts besuchen während der Schliessung des City-Hallenbades im Schnitt täglich 1200 Schwimmer das Hallenbad Oerlikon. Über Mittag weichen die Schwimmer sogar ins Nichtschwimmerbecken aus und absolvieren dort ihr Programm. Doch in Seebach zähle ich an diesem Montagmorgen mehr Bademeister – vier – als Sportler – drei – am und im Becken. Dabei hat es das Sportamt den Besuchern gemütlich gemacht: Der offene Garderobentrakt wurde mit Holzwänden abgeschlossen. Im Innern reichen zwei kleine Heizgebläse, um für eine trockene und wohlige Wärme zu sorgen. Einzig der Weg zum Becken, eine Treppe hinunter und unter der Dusche hindurch verlangt Überwindung. Bis zum 19. Oktober kann man in Seebach draussen schwimmen. Dann endet die, laut Sportamt, «grosse Ausnahme und einmalige Aktion».

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