Zum Hauptinhalt springen

Sechs Jahre Haft für militante britische Tierschützerin

Ein Gericht im südenglischen Winchester hat am Donnerstag eine Britin zu sechs Jahren Haft verurteilt, die an einer Einschüchterungskampagne gegen ein britisches Tierlabor sowie seine Kunden und Zulieferer beteiligt war.

Die 52-jährige Debbie Vincent war bereits im März schuldig gesprochen worden, sich an den Missetaten der Aktivistengruppe Stop Huntingdon Animal Cruelty (Shac) beteiligt zu haben. Die Tierschützer hatten unter anderem im Jahr 2009 die Urne der Mutter des früheren Novartis-Chefs Daniel Vasella ausgegraben.

Vincent wurde nicht beschuldigt, die beschriebenen Taten selbst begangen zu haben. Sie hat aber laut dem Gericht als Sprecherin der Gruppe aktiv an der Einschüchterungskampagne gegen das Tierlabor mitgewirkt.

Zehn Jahre lang hatten die militanten Tierschützer der Gruppierung nach Angaben von Staatsanwalt Michael Bowes das Tierlabor HLS (Huntingdon Life Sciences) in Cambridge, seine Kunden, Teilhaber und Zulieferer regelrecht terrorisiert, um die Schliessung des Labors zu erzwingen.

Unter anderem bezichtigten sie Mitarbeiter fälschlicherweise der Pädophilie, deponierten selbstgebastelte Bomben unter deren Autos, schickten Todesdrohungen oder angeblich mit dem Aids-Virus verseuchte blutige Damenbinden.

Auch die Autos und Häuser von Zulieferern oder Teilhabern wurden beschädigt. In einem Fall wurde im Mai 2009 die Urne mit der Asche der Mutter des damaligen Novartis-Chefs Daniel Vasella ausgegraben. In einem Schreiben wurde Vasella vor die Wahl gestellt: "Entweder HLS verlieren oder die Urne".

Keine Reue gezeigt

"Nichts kann derartige Attacken rechtfertigen", sagte der Richter Keith Cutler am Donnerstag, als er die Haftstrafe für Debbie Vincent verkündete. Vincent habe zudem die "terroristischen und schändlichen Aktionen" der Gruppe während des Prozesses weder verurteilt, noch eine Spur der Reue gezeigt.

Bereits 2009 waren sieben Shac-Mitglieder wegen der Kampagne zu insgesamt 50 Jahren Haft verurteilt worden. Danach wurde die ehemalige Soldatin Vincent Sprecherin der Gruppe, bis sie 2012 ebenfalls festgenommen wurde.

(sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch