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Sehr guter Ertrag für den FCZ

Der FCZ siegt in der Super League weiter – auch dann, wenn er überhaupt nicht überzeugt. Diesmal schlug er die Young Boys 2:1.

Vier Spiele – vier Siege, der vierte gegen die Young Boys. Das hat der FCZ zuletzt vor acht Jahren auf dem Weg zu einem Meistertitel geschafft – und gestern wieder. Allerdings hatte der Stil, mit dem sich die Zürcher eine Woche vor dem Spitzenspiel bei Meister FCB einen weiteren Dreier sicherten, wenig Überzeugendes. Sie waren keinesfalls die bessere Mannschaft, in der ersten Halbzeit gar die schwächere. Aber sie siegten doch. Und manche werden danach sagen, das zeichne eben eine Spitzenmannschaft aus. Das ist allerdings nur ein Teil der Geschichte. Dazu gehörte, dass die Zürcher die Chance zum wegweisenden, wenn nicht im Prinzip spielentscheidenden 1:0 nutzten, als sie sich ihnen bot. Das war in der 59. Minute, als Marco Schönbächler mit einem feinen Steilpass aus dem Mittelfeld Davide Chiumiento freispielte. Das war zwar nur wegen eines gröberen Stellungsfehlers auf der rechten Flanke der Berner Fünfer-Abwehr möglich. Aber Chiumiento schloss stark ab. «Es war perfekt, wie er einen Schuss in die weitere Ecke antäuschte und dann in die nähere schoss», lobte hinterher Trainer Urs Meier. In der 73. Minute fiel gar das 2:0 für die Zürcher, nachdem der Berner Jung-Torhüter Yvon Mvogo Amine Chermiti so attackiert hatte, dass sich Schiedsrichter Pache für einen Elfmeter entschied. Chermiti traf. Der Penalty, den die Berner dann in der 83. Minute auch noch treten konnten, änderte an der Verteilung der Punkte nichts. Der nicht gepfiffene Penalty Lieber wäre den Young Boys gewesen – und das ist ein anderer Teil der Geschichte –, hätte Pache in der 21. Minute einen Elfmeter für sie gepfiffen. Zum einen wäre der zwingend angebracht gewesen nach einem offensichtlichen Strafraumfoul an Raphael Nuzzolo, zum andern wäre er nicht das 1:2, sondern das 1:0 gewesen und damit eine womöglich entscheidend bessere Ausgangslage. Dass diese Szene hinterher ein Thema war bei YB-Trainer Uli Forte, war verständlich. Auch wenn er es so verpackte, «dass ich mich nicht zum Schiedsrichter äussere». Aber wenn einer das ungefragt sagt, dann sagt er damit ja auch einiges aus. Dar­über hinaus hatten die Young Boys zwar keine bedeutenderen Torszenen, aber grundsätzlich wirkten sie als Mannschaft besser, auf jeden Fall leicht dominant. Und dies, obwohl sie nicht annähernd in bester Besetzung spielten. Teils konnten sie es wegen verletzungsbedingter Absenzen nicht, teils sassen welche wie die zentralen Mittelfeldspieler Sekou Sanogo und Moreno Costanzo mit Rücksicht aufs Europa-League-Spiel am Donnerstag auf Zypern auf der Bank. Dazu kam, dass Gonzalo Zarate schon nach einer Viertelstunde durch Renato Steffen ersetzt werden musste, nach einem gröberen Foul Berat Djimsitis, wofür der nicht mal verwarnt wurde. «Wenig Ertrag für eine sehr gute Leistung», urteilte Forte am Ende, denn seine Mannschaft habe «einen grossen Teil des Spiels dominiert, vor allem in der ersten Halbzeit». Aber dann hätten sie «nach der ersten guten Aktion des Gegners einem Rückstand nachrennen müssen» – wie schon in den ersten beiden Spielen. Anders als in jenen sei ihnen diesmal kein Erfolg beschieden gewesen, «auch wegen eines Riesengeschenks zum 0:2». Klar war, dass YB auf das 0:1 nur noch unzureichend reagieren konnte, trotz der Umstellung auf eine Viererabwehr und mehr Offensive, die sich allerdings aufs Nominelle beschränkte. Dennoch ist begreiflich, dass sich die Berner als unglückliche Verlierer sahen. Aus der Perspektive des Zürchers Urs Meier war es «ein intensives Spiel auf Augenhöhe. Und wer das erste Tor erzielen konnte, war heute im Vorteil.» Irgendwann zuschlagen … Für ihn ist eben typisch für diesen FCZ, dass er nach den ersten Siegen «das Selbstvertrauen hat, auch dann nicht umzufallen, wenn er mal in einer schwierigen Si­tua­tion ist». Anders als in der vergangenen Saison, als mangelnde Stabilität Hauptgrund für zu wenig Konstanz war, «bewahren wir Geduld und Ruhe und schlagen dann irgendwann mal zu». Wie Chiumiento gestern. Allerdings wären diese Vorzüge wesentlich schwieriger zu zeigen gewesen, wenn YB den berechtigten Penalty erhalten hätte und in Führung gegangen wäre. Das hätte auf jeden Fall der sehr zähen ersten Halbzeit des FCZ entsprochen, in der er offensiv so gut wie nichts zustande brachte, in der selbst Gilles Yapi immer wieder mit Fehlzuspielen auffiel. Es war dann eine Episode, die dem FCZ auf die Sprünge half und ihn als Mannschaft der Stunde am Samstag nach Basel fahren lässt, zum Beginn einer Serie von Auswärtsspielen, die erst Mitte September zu Ende geht. Wohl auch deshalb sagt Meier: «Vier Siege sind noch kein Grund, euphorisch zu werden.» Aber sie bringen zwölf Punkte – so viele zu gewinnen, brauchte der FCZ vor einem Jahr zehn Spiele! hjs

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