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Seilziehen um den Luxuswohnsitz

Zehn Jahre nach der Pleite seiner Firma fliesst noch Geld in Rolf Erbs Taschen, weil seine Familie Häuser besitzt. Um diese wird nun vor Obergericht gekämpft.

Im Prozess gegen den ehemaligen Wirtschaftsführer Rolf Erb geht es nicht nur um Betrug, sondern auch um mehrere wertvolle Immobilien. Dazu gehören unter anderem das Schloss Eugensberg, das Zen­trum Töss und die Villa Wolfensberg oberhalb von Veltheim. Diese Liegenschaften gehören heute Erbs Zwillingssöhnen, die noch die Primarschule besuchen. Erb hat sie seinen Kindern kurz vor dem Zusammenbruch des Familienimperiums 2003 überschrieben. Für die Staatsanwaltschaft und das Bezirksgericht Winterthur ist klar, dass er diese Immobilien nur den Kindern vermachte, um sie vor den Gläubigern in Sicherheit zu bringen. Erb soll sie abgeben müssen. Diese Meinung teilt auch der Anwalt der Gläubiger, der heute vor Obergericht plädiert. Vor dem Bezirksgericht Winterthur sagte dieser: «Das Schloss gehört nicht Erbs Kindern, sondern der Hugo Erb AG.» Rolf Erb habe nie für das Anwesen bezahlt. Deshalb müsse es in die Konkursmasse zurückgeführt werden. Erb wohnt im Luxusanwesen im Thurgauer Dorf Salenstein – zusammen mit seinen Zwillingssöhnen, seiner Lebenspartnerin und deren Mutter. Das Schloss kam in den 90er-Jahren in den Besitz der Erb-Gruppe. Rolf Erb sorgte für eine umfassende Renovation des Anwesens und gab dafür Millionen aus. Dabei sparte er nicht mit Prunk und schmückte es mit goldenen Wasserhahnen, Möbeln und Ornamenten. Diese kostbare Innenausstattung und eine ebenso wert­volle Autosammlung schenkte er kurz vor dem Firmenkonkurs seiner Lebenspartnerin. Auch sie sollen zurück in die Konkursmasse gelangen. Wohnungen in Winterthur Nebst dem Schloss Eugensberg überschrieb Erb unter anderem auch die Schlosshof Immobilien AG seinen Kindern. Zu dieser gehören das Zen­trum Töss und mehrere Wohnblöcke mit insgesamt über 200 Wohnungen. Diese stehen verstreut über Winterthur im Brühl­bergquartier, im Tössfeld, in Töss, Seen und in Seuzach. Die Kasse der Schlosshof Immobilien AG ist mit Einnahmen aus den Mietwohnungen noch heute gut gefüllt – genau zehn Jahre nach dem Konkurs der Erb-Gruppe. Wie Rolf Erb am Montag sagte, zahlte er sich im letzten Jahr 75 000 Franken aus der Immobilien AG aus, in deren Verwaltungsrat er sitzt. Erb sagte, dass er von diesem Einkommen zurzeit seinen Lebensunterhalt bestreite. Allerdings bringt ihm auch sein Schloss noch ziemlich viel Geld ein: Nach Erbs Angaben verdient er jährlich rund 200 000 Franken an Mieteinnahmen aus den Schlossnebengebäuden. Damit will er allerdings lediglich den Unterhalt des stattlichen Anwesens zahlen. Weitere Einnahmen oder sonstiges Vermögen habe er nicht.

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