Zum Hauptinhalt springen

Selbstbewusste kleine Braut

An der Gemeindeversammlung in Bertschikon hat der Zusammenschlussvertrag mit dem grossen Partner Wiesen­dangen keine Grundsatzdebatte ausgelöst. Zu reden gaben aber Themen wie der künftige Gemeindenamen, das Wappen oder die Vereine.

Schon bei der ersten Vorstellung der konkreten Fusionspläne war der Name des künftigen Gebildes zur Sprache gekommen. «Die neue Gemeinde trägt den Namen ‹Wiesendangen›», heisst es in Artikel 3 des Vertragswerks, das am 23. September in beiden Gemeinden an die Urne kommt. Man habe noch einmal mit den Vertretern von Wiesendangen diskutiert, sagte Gemeindepräsidentin Brigitte Boller bei der Vorberatung der Vorlage an der Bertschiker Gemeindeversammlung vom Montag. «Der lange Doppelname Wiesendangen-Bertschikon wäre unzweckmässig und würde auch im kantonalen Gemeindeamt ungern gesehen. Die Umbenennung bringt einen enormen administrativen Aufwand. Darum soll der bevölkerungsmässig grösste Ort den Ausschlag geben», so Boller vor 59 Stimmberechtigten im Gemeindesaal in Gundetswil. Die neue Gemeinde übernehme vorläufig auch Wappen und Gemeindeordnung von Wiesendangen, zitierte die Bertschiker Gemeindepräsidentin weitere Vertragsbestimmungen. Letzteres begründete sie damit, dass das neue Gemeindegesetz ohnehin in den kommenden Jahren eine neue Gemeindeordnung erfordern werde. In Sorge um die Vereine Dass die künftige Rolle Bertschikons gegenüber dem punkto Einwohnerzahl fast fünfmal grösseren Wiesendangen da und dort Skepsis auslöst, zeigte das Votum des früheren Gemeindepräsidenten Albert Mörgeli: «Der lange Name ist kein stichhaltiges Argument. Man könnte auch die Fläche oder die Schönheit als Kriterium wählen», sagte er. Den ehemaligen Gemeinderat Ernst Bösch störte das Wort «vorläufig» im Artikel über das Gemeindewappen. «Das neue Gemeinwesen muss ja erst noch wachsen. Wir überlassen das Wappen der künftigen Behörde», entgegnete Brigitte Boller. Sorgen macht sich Bösch auch um das Bertschiker Vereinswesen respektive – angesichts analoger Angebote in Wiesendangen – um dessen Unterstützung durch die öffentliche Hand. «Die Vereinstätigkeit wird nicht tangiert. Es darf diesbezüglich auch nicht den geringsten Zwang geben», erklärte Brigitte Boller. Punkto Vereinsförderung seien Wiesendangen und Bertschikon ebenbürtig, doppelte Gemeinderat Kurt Herzog nach. Zwei sensible Punkte brachte die Gemeindepräsidentin selber aufs Tapet: An der Zugehörigkeit zu den Kirchen- und Friedhofssprengeln Elgg und Gachnang werde sich nichts ändern, versprach sie. Gemeinderat Christian Rüegger beleuchtete die finanziellen Aspekte. Unter dem Strich bringe die Vereinigung voraussichtlich ein jährliches Plus von 100 000 Franken. Doch laut Rüegger spricht auch die demografische Entwicklung für diesen Schritt: Wiesendangen ist seit Jahren am Wachsen. Hingegen stagniert die Einwohnerzahl von Bertschikon. «Es besteht die Gefahr der Überalterung. Das könnte zu steigenden Gesundheitskosten führen, die künftig unsere Budgets belasten. Der Gemeinde Wiesendangen hingegen haben die jungen Zuzüger höhere Steuererträge gebracht», gab Christian Rüegger zu bedenken.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch