Zum Hauptinhalt springen

Sesselrücken in der Zürcher SVP

Zürich. Gregor Rutz rutscht für Bruno Zuppiger in den Nationalrat nach. Damit dürfte der Druck auf Toni Bortoluzzi sinken, dessen Nationalratssitz Jüngere erben möchten.

Für Toni Bortoluzzi hat die Session gestern mit medialer Aufmerksamkeit begonnen. Für Bruno Zuppiger endete die Zeit als Nationalrat. Zuppiger und Bortoluzzi haben den Verjüngungsprozess der SVP zu spüren bekommen.

Zuppiger verlor nach einem Bericht in der «Weltwoche» seine Kandidatur für den Bundesrat und wurde von der Partei zum Rücktritt aus dem Nationalrat aufgefordert (siehe Artikel oben). Toni Bortoluzzi geriet nach einem Bericht in der letzten Ausgabe des «Sonntags» in die Schlagzeilen: Er hatte im Juni in einem Brief seiner Wut über das Vorgehen der Partei im Vorfeld der Abstimmung über die Managed-Care-Vorlage Luft gemacht und erklärt, er sei künftig nur noch Passivmitglied der Zürcher SVP. Die Zeitung schrieb, Christoph Mörgeli und Gregor Rutz hätten an der Delegiertenversammlung Stimmung gegen Managed Care gemacht. Bortoluzzi war die treibende Kraft hinter der Vorlage. Es sei eine Attacke gegen Bortoluzzi gewesen, ausgeführt von «SVP-Akademikern». Eine Revolution sei im Gang: Junge «Akademiker» wollten die alten «Schlachtrösser» verdrängen. Bei einem Rücktritt Bortoluzzis wäre Rutz in den Nationalrat nachgerückt.

Konkurrenz ein «gutes Zeichen»

Bortoluzzi wollte gestern keinen Kommentar dazu abgeben. Es handle sich um ein internes Problem, sagte er. «Dass die Jungen Druck machen, ist nur normal. Als wir noch junge Politiker waren, fanden wir auch, die Alten sollten ihren Sessel räumen.» Er wolle nun die ganze Legislatur im Nationalrat bleiben und nicht wie geplant in zwei Jahren zurücktreten. Bortoluzzi sagte noch, er wisse nicht, wie sein Brief in die Öffentlichkeit gelangt sei – nur Alfred Heer und Adrian Amstutz hätten ein Exemplar erhalten.

Dass die Diskussion zu Sessionsbeginn lanciert wird, übt Druck auf die arrivierten SVP-Kräfte aus. Durch Zuppigers Rücktritt ändert sich die Si­tua­tion ein wenig: mit Gregor Rutz kann eine der neuen Zürcher Kräfte nachrutschen. Es wartet immer noch Thomas Matter auf seine Chance – als Dritter auf der Zürcher Nationalrats-Ersatzbank. Der Zürcher SVP-Präsident Alfred Heer sagte, Konkurrenz sei ein gutes Zeichen. «Aber die älteren SVP-Nationalräte haben letztes Jahr die Wiederwahl geschafft und sind für vier Jahre gewählt.»

Der designierte Nationalrat Rutz erklärte, die Geschichte um Bortoluzzis Brief sei «uralt». Die Delegiertenversammlung hat Rutz geleitet und bezeichnet sie als «hochkorrekt». Christoph Mörgeli habe in der Debatte kon­tra Managed Care gesprochen und das Plenum überzeugt. Rutz sagt: «So läuft es.» Er hat damit gerechnet, in zwei bis drei Jahren nachzurutschen. Als Kantonsrat wird er zurücktreten. Der Gang nach Bern wird für ihn zur Rückkehr: Der 40-Jährige ar­bei­te­te dort von 2001 bis 2008 als Geschäftsführer und Generalsekretär der SVP.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch