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Sie filtern CO2 aus der Luft und machen daraus Benzin

Ein Traum für Autoliebhaber könnte wahr werden: endlos herumfahren, ohne die CO2-Bilanz zu verschlechtern. Wie das funktionieren soll? Die Climeworks AG und Autohersteller Audi haben die Antwort parat.

Mehrere Start-up-Firmen präsentieren am Swiss Energy and Climate Summit (ECS) im Berner Kursaal ihre Ideen. Sie erhalten dafür einen Stand am sogenannten Solution-Path. Doch nur eine dieser Firmen erhält einen Raum für eine Pressekonferenz sowie eine «Breakout»-Session an der Veranstaltung, an der 600 Entscheidungsträger aus Politik und der Energiewirtschaft teilnehmen. Dieses Start-up muss wohl etwas zu bieten haben. Und tatsächlich, was die Climework AG, ein Spin-off der ETH Zürich, in Bern präsentiert, ist nichts weniger als ein Versprechen an die Autofahrer dieser Welt: Bald dürft ihr das schlechte Gewissen ablegen und sorgenlos Benzintank um Benzintank leeren. Denn das Umweltgift CO2 lässt sich aus der Luft filtern und in Treibstoff umwandeln. Bei einer grossflächigen Anwendung dieser Technologie wird Autofahren CO2-neutral.

CO2-Staubsauger

Autohersteller haben seit längerem Fahrzeuge im Angebot, die mit Methan angetrieben werden. Und die Industrie weiss längstens, wie man CO2 in Methan verwandelt. Das Problem, das sich bisher für die Umwandlung von CO2 in Methan stellte, beschreibt Hagen Seifert vom Autohersteller Audi so: «Wo finden wir genügend CO2?» Bisher sei dieses als Abfallprodukt aus Biogasanlagen bezogen worden. «Doch es gibt weltweit nicht genügend Biogasanlagen dafür, auch nur einen Autohersteller vollständig zu beliefern», sagt Hagen Seifert. Diesen Engpass will die Climeworks AG beseitigen. Das vor fünf Jahren gegründete Unternehmen hat einen Staubsauger entwickelt, so gross wie ein Schiffscontainer, der CO2 aus der Atmosphäre filtert. «Der Filter funktioniert wie ein Schwamm, der CO2 aufsaugt», sagt Climeworks-Mitgründer Christoph Gebald. «Ist der Schwamm voll, muss man ihn auf 95 Grad erhitzen, damit er das CO2 abgibt – als Rohstoff für die Verarbeitung.» Noch ist das Filtern von CO2 aus der Luft zu teuer für eine lukrative Anwendung der CO2-Kollektoren. Deshalb ist die Climeworks AG nun eine Partnerschaft mit Audi eingegangen.

Marktreife in drei Jahren

Die Investitionssumme hält Audi geheim. Das gemeinsame Ziel der beiden Firmen lautet: Bis 2015 soll das erste Industriemodul eines CO2-Kollektors in einer Produktionsanlage für synthetischen Treibstoff in Betrieb genommen werden. «Die Kooperation ist für uns ein Meilenstein auf dem Weg zur Marktreife», sagt Christoph Gebald von der Climeworks AG. Gemäss Schätzungen von Audi könnte dieser Schritt in drei Jahren erreicht sein. Die Firma bezeichnet die Partnerschaft als «wichtigster Baustein auf dem Weg zu einer CO2-neutralen Mobilität». Die Autofahrer dieser Welt dürfen gespannt sein.

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