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Sie wären fällig

Pfadi unterlag den Kadetten im ersten Playoff-Halbfinal 25:26 (11:12), bekam aber die Bestätigung, dass der Meister zu packen wäre.

«Es war nicht zwingend», meinte Pfadi-Trainer Adrian Brüngger, «dass wir hier verlieren.» Seine Winterthurer standen nahe am zweiten Saisonsieg in Schaffhausen und damit an der 1:0-Führung in der Best-of-5-Serie. Es reichte nicht, weil nicht alles gut genug lief. Erstens zogen die Pfader ihre starke Startphase nicht weiter und verpassten es nach dem 7:2-Vorsprung, den zunächst schwer schlingernden Kadetten den Rest zu geben. sechsmal nacheinander scheiterte Pfadi, um den achten Treffer zu erzielen. Deshalb wurde vom 7:2 innerhalb von acht Minuten ein 7:7. Die Kadetten waren damit nicht weg vom Fenster, sondern wieder mitten drin im Spiel. Und sie lagen nach dem 11:11 von Philipp Reuter, Pfadis letztem Gleichstand, fortan immer vorne. Das 15:11 und 16:12 waren die höchste Differenz, anschliessend betrug sie meistens zwischen zwei und drei Toren. Die letzte Chance zur Wende verpasste Heiko Grimm 75 Sekunden vor dem Ende, als er beim Stand von 26:24 an Torhüter Remo Quadrelli scheiterte und sich seinen achten Ballverlust einhandelte. Mit einem Wurf ins freie Tor, weil Quadrelli viel weit zu vorne stand, setzte Grimm mit dem 26:25 den Schlusspunkt. Das war, bei 59:36 Minuten, jedoch bereits zu spät, zumal Pfadi in Unterzahl spielte. Die Zeitstrafen waren eine andere Ursache auf dem Weg in die Niederlage. Von Schiedsrichtern, die nicht immer richtig entschieden, wurden die Winterthurer in der ersten Halbzeit mit zwei harten Zeitstrafen benachteiligt. Anfang der zweiten Hälfte kamen zwei Ausschlüsse hinzu, nachdem eine Schwalbe von Trainersohn Nik Tominec mit einem Penalty und zwei Minuten gegen Reuter belohnt worden war. Dass Marcel Hess daraufhin reklamierte, war ebenso unnötig wie verständlich. Von der 9:8-Führung bis zum 11:14-Rückstand spielte Pfadi oft in Unterzahl. In Überzahl stand der Gast erstmals in der 47. Minute auf dem Feld. Auf der anderen Seite gabs allerdings auch Pfiffe, welche die Gastgeber zu Recht erstaunen liessen … Beide mit Steigerungspotenzial Die Zeitstrafen waren ein Aspekt. Hinzu kamen aber vor allem die hausgemachten Gründe. Torhüter Martin Pramuk leistete einen grossen Anteil am 7:2 und überzeugte bis zur Pause mit zehn Paraden. Danach begann Simon Kindle mit einem gehaltenen Penalty vielversprechend, doch das sollte nur noch einer von insgesamt vier abgewehrten Bällen der Pfadi-Keeper bis zum Matchende sein. Die Abwehr stand grundsätzlich gut, mitunter nicht frei von Löchern. Offensiv verlor Grimm viele Bälle. Gleiches galt für Michal Svajlen. Allerdings liess der Rückraumschütze immer wieder seine «alte» Power in den Abschlüssen aufblitzen. Die sieben Tore, die er warf, fielen in zwingendem Stil. Im rechten Rückraum startete Julian Krieg überragend. Nach seinem dritten Treffer in der 10. Minute zum 5:2 kam jedoch keine zählbare Aktion mehr. Und Marco Kurth, der zweite Rückraum-Linkshänder, trat sehr zögerlich auf. Pfadis Aussenspieler gerieten praktisch nie in Abschlussposition. Die klar besten Quoten erreichten Kreisläufer Mathias Kasapidis und Regisseur Reuter – zwei Spieler, die nächste Saison nicht mehr bei Pfadi sind – mit je sechs Toren ohne Fehlwurf. Reuter blieb gar ohne Ballverlust. «Wir haben noch Luft nach oben», fasste Brüngger zusammen. Das gilt indes auch für die Kadetten, die einen neuen Namen auf der Verletztenliste haben: Linkshänder Aleksandar Stojanovic hat seit dem Training vor dem Matchtag muskuläre Probleme. Der Rest, der noch zur Verfügung stand, rettete sich in diesem umkämpften Match in die 1:0-Führung. «Die Serie ist lanciert» Entscheidend war die Treffsicherheit von Altmeister Leszek Starczan, neun von zehn Würfen des 36-jährigen Linksaussen und Konterspezialisten landeten im Tor. Deutlich weniger rund liefs den beiden Stützen im Aufbau, Peter Kukucka (mit einer sehr fehlerhaften ersten Halbzeit) und Andrija Pendic. Quadrelli war mit neun Paraden mässig, seine erste gelang ihm in der 13. Minute beim Stand von 7:2. Wie die Kadetten derzeit auftreten (können), darf sich Pfadi sagen: Sie wären tatsächlich fällig für ein Scheitern im Playoff-Halbfinal. Doch bis es dazu kommt, müssen die Winterthurer zuerst ihren Teil der Arbeit erledigen: Mit weniger Fehlern in der Offensive, einer ähnlich guten Verteidigung wie gestern und einem Pramuk der ersten Halbzeit. Der Meister wankte im ersten Match, aber er fiel nicht, er bewegte sich während der zweiten Halbzeit nur annähernd am Rand einer Niederlage. Brüngger durfte trotz der Niederlage feststellen: «Die Serie ist lanciert. Wir sind drinnen. Das nächste Spiel soll kommen – je schneller, desto besser.» Schon morgen Samstag ab 18.00 Uhr in der Eulachhalle ist es so weit.

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