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Sie wehren sich für den alten Sodbrunnen

Für eine attraktivere Durchgangsstrasse im Bassersdorfer Zentrum soll ein mittelalterlicher Sodbrunnen geopfert werden. Da­gegen wehren sich nun ein paar Engagierte mit einer Unterschriftensammlung.

Ein alter Bassersdorfer sorgt für Emotionen. Der Sodbrunnen beim Fussgängerstreifen vor der alten Migros stammt aus der Kyburger Zeit und ist ein altes kulturhistorisch gelistetes Denkmal. Nun droht genau dieser historische Brunnen den Verkehrsplanern zum Opfer zu fallen. Die direkt davor gelegene Baltenswilerstrasse, die vom grossen Löwenkreisel her kommend hier vorbeiführt, soll nämlich nach Fertigstellung des neuen Ladenzentrums verbreitert und aufgewertet werden. Für den Sodbrunnen hätte es an der Oberfläche keinen Platz mehr, weshalb die neusten Pläne des Kantons eine Überdeckung vorsehen.

Der Ruf nach Alternativen

«Hände weg!», tönt es nun aber von immer mehr Bassersdorfern. Ein paar engagierte Männer von der nahegelegenen Genossenschaft zur Schmitte und drei weitere Einwohner haben nun eine Unterschriftensammlung gestartet. Die Idee dazu hatte Adolf Kellenberger, der sich entsprechend über die ersten Erfolge freut. «Wir hatten an nur drei Tagen bereits über 130 Unterschriften zusammen.» Klar seien da auch viele Freunde und Bekannte dabei, die das Anliegen unterstützten. Aber Kellenberger ging auch schon im Dorfzentrum auf der Strasse auf Unterschriftenfang, wovon er sich zunächst nicht so viel erhofft hatte. «Ich bin aber überrascht, wie viele der angesprochenen Leute mein Anliegen sofort unterstützen und für den Erhalt des Sodbrunnens unterschreiben.» Inzwischen seien bereits über 200 Namen auf der Liste, sagt Kellenberger. Für ihn sei klar gewesen, dass er etwas gegen das Verschwinden des Sodbrunnens machen müsse. Eine Eingabe beim kantonalen Tiefbauamt ist vorbereitet. Kellenberger ist denn auch kein Unbekannter in Bassersdorf. Der ehemalige Schulpfleger weiss sich zu wehren, wenn er etwas entdeckt, das ihm nicht passt. Zuweilen kritisiert er auch die Gemeindepolitiker. So lancierte er auf kommunaler Ebene auch schon Einzelinitiativen zur Verkleinerung der Behörden und meldet sich an ­Gemeindeversammlungen regelmässig zu Wort.

Ein Sprachrohr für Kritiker

Die neue, sich im Bau befindende Laden- und Wohnüberbauung gleich gegenüber des Brunnens, ist in seinen Augen eher «Mons­trum» als Zentrum. Dass die Strasse davor nun auch noch den Sodbrunnen verschlingen soll, kann er nicht verstehen. «Mit der Unterschriftensammlung will ich auch andern eine Gelegenheit geben, sich zu wehren, denn nicht jeder hat die Geduld und den Mut, eine Eingabe beim Kanton zu verfassen», sagt Kellenberger kämpferisch.Sein Mitstreiter Emil Engler pflichtet ihm bei, er hilft ebenfalls Unterschriften zu sammeln, obwohl er zuvor etwas anders vorgegangen ist. Als Vorfeldplaner am Flughafen hat er mit professioneller Software am Computer bereits neue Strassenpläne gezeichnet – mit Brunnen, versteht sich.Am kommenden Samstag wollen die Freunde des Sodbrunnens noch mal kräftig für ihr Anliegen werben. Dann findet nämlich ein Anlass statt, an dem sich die Gemeinde vorstellt. «Wir werden den Brunnen zeigen und den Schacht ausleuchten», tönt es im Chor. Die Gruppe verspricht sich noch einige Unterschriften von Gleichgesinnten, damit der Brunnen nicht verschwindet.

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