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Sie wollen die Strasse offen halten

Oberembrach. Die gesperrte Eigentalstrasse ist umkämpft: Umweltverbände möchten sie am liebsten ganz schliessen, jetzt hat ein Komitee eine Petition für die Sanierung der «wichtigen» Verkehrsverbindung lanciert.

Die Eigentalstrasse zwischen Nürensdorf und Oberembrach, die durch ein Naturschutzgebiet führt, ist derzeit aus Sicherheitsgründen gesperrt. Der Belag ist massiv beschädigt. Die Eigentümergemeinden Kloten, Nürensdorf und Oberembrach sind daran, die Sanierungsgrundlagen zu erarbeiten. Die Sperrung hat allerdings auch Begehrlichkeiten geweckt. Etwa bei Umweltverbänden. So plädiert unter anderem ­Birdlife Zürich dafür, gleich eine permanente Sperrung für den motorisierten Verkehr zu prüfen. Doch jetzt bläst das «Komitee pro Eigental» zum Gegenangriff. Ihm gehören Michael Welz, EDU-Kantonsrat aus Oberembrach, Martin Jegge, EDU-Gemeinderat der Stadt Kloten, Annelies Zangger, Anwohnerin des Oberembracher Weilers Stürzikon, und die Nürensdorferin Monika Cassani an. Gemeinsam haben sie eine Petition lanciert. Ihre Forderung lautet: «Die Eigental­strasse muss bleiben!» Die «wichtige Verbindungsstrasse zwischen dem Unterland und dem Oberland» soll saniert werden, und zwar unter Einbezug des Baus von Amphibientunnels und der Realisierung des im Richtplan eingetragenen Radwegs. «Es ist einfach unvernünftig» «Wir sind nicht gegen Naturschutz, aber langsam geht es zu weit», sagte Michael Welz gestern an einer Medienorientierung. Er wehrt sich dagegen, dass der Verkehr über Nebenstrassen umverteilt wird. «Schliesslich haben wir schon rundherum ein Verkehrschaos.» Auch für Martin Jegge kann die Sperrung der Eigentalstrasse «kein Dauerzustand» sein. «Es ist einfach unvernünftig.» Die Auswirkungen würden sich etwa in Bassersdorf zeigen. «Laut Polizei zwängt sich dort noch ein Drittel mehr Verkehr durch den Kreisel.» Den Ausweichverkehr bekommt auch Annelies Zangger zu spüren. Die schmale, kurvenreiche Strasse durch die Oberembracher Weiler Madlikon und Stürzikon wird derzeit gar von schweren Lastwagen befahren. Im obersten Abschnitt ist ein Kreuzen kaum mehr möglich. Die Gemeinde hat daher schon Holzpfosten montiert, weil die Fahrzeuge auf die Felder ausgeschert sind. Zangger registriert viele genervte Fahrer: «Sie regen sich auf, dass sie pro Tag 30 Minuten länger brauchen für den Arbeitsweg.» Auch Monika Cassani hält den Weg über die Höfe für die schlechtere Route: «Es müssen über 140 Höhenmeter überwunden werden.» Die Eigental­strasse weise dagegen nur eine Höhendifferenz von 32 Metern auf. 5000 Unterschriften als Ziel Ähnlich sieht es auch der Oberembracher Gemeinderat, der sich gegen einen Ausbau der Nebenstrasse wehrt. «Dies ist für uns keine Alternative», sagte Gemeinderätin Monika Küng, die auch am Treffen teilnahm. Die Strasse führe ebenso durch eine reizvolle Landschaft. Zudem sei sie viel länger und enthalte mehr Steigungen. Sie rief zudem in Erinnerung, dass die Eigental­strasse auch für das Gewerbe eine wichtige Verbindung darstelle. «Für gewisse Betriebe ist sie gar existenziell.» Mit der Petition soll der Druck auf Behörden und Kanton erhöht werden. «In Nürensdorf und Kloten besteht aus Kostengründen eher ein geringes Interesse an einer Sanierung», erklärte Welz. Das Stimmvolk solle nun mitreden können. Als Ziel haben sich die Petitionäre 5000 Unterschriften bis Mitte April gesetzt. Die Oberembracher haben die Petition bereits heute per Post erhalten. In der nächsten Woche wird sie auch in die Haushalte im Embrachertal, in Kloten, Bassersdorf und Nürensdorf verschickt.

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