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Sieben Jahre Haft für Fensterbohrer aus dem Ausland

Einem Kriminaltouristen wurde gestern der Prozess gemacht. In zehn Monaten machte er über 100 Einbrüche.

In Italien erlangte er als «König der Wohnungseinbrecher» nationale Berühmtheit. Nun hat der Kroate in Zürich zugeschlagen und innert zehn Monaten bei über 100 Einbrüchen Beute für 1,18 Millionen Franken gemacht. Nun wird der fleissige Fensterbohrer länger in Zürich bleiben, als ihm lieb ist. Die Vorwürfe gegen den umfassend geständigen, bald 60-jährigen Serieneinbrecher waren vor Gericht nicht mehr bestritten. Demnach hatte er zwischen Dezember 2011 und Herbst 2012 in den Zürcher Nobelquartieren Zürichberg, Hottingen über 100 Einbrüche verübt. Der Beschuldigte war dabei mit seiner Fensterbohrermethode ausschliesslich in private Wohnungen eingedrungen.

Oft räumte er Schränke und Schubladen in der Anwesenheit der schlafenden Opfer aus. Zur Selbstverteidigung trug er einen Elektroschocker auf sich. Einige Geschädigte wachten auf, waren aber so geschockt, dass sie sich ruhig verhielten. Die Beute setzte er danach an der Langstrasse ab und übernachtete jeweils im Auto seiner Tochter. «Ich habe etwa 100 000 Franken eingelöst», schätzte er vor Gericht und führte aus, dass er einen Teil der Gelder für Zahnspangen für seine Kinder ausgegeben habe. Jedoch auch für seinen eigenen Lebensunterhalt.

Hauptrolle in Schulungsvideo

Der verhaftete Profidieb zeigte sich während der Untersuchung erstaunlich kooperativ. So gab er zahlreiche nicht geklärte Einbrüche an und war sogar bereit, bei einem Schulungsvideo für die Polizei die Hauptrolle zu spielen. So verriet er darin seinen Spezialtrick mit dem Fensterbohren und verrichtete damit präventive Aufklärungsarbeit. Er gab den Fahndern auch wertvolle Tipps, um Einbrüchen vorzubeugen.

Die Staatsanwaltschaft kannte dennoch kein Pardon und verlangte eine hohe Freiheitsstrafe von achteinhalb Jahren. Die Anklage setzte sich zudem für eine Ersatzforderung von 500 000 Franken und für die Beschlagnahmung von zwei Grundstücken des Beschuldigten in Zagreb ein. Mit viereinhalb Jahren forderte der Verteidiger eine erheblich mildere Sanktion. Das Gericht folgte zum Schluss mehr der Anklage und sprach von einer beispiellosen Serie des Beschuldigten. Er wurde nicht nur zu einem Freiheitsentzug von sieben Jahren verurteilt, sondern auch verpflichtet, dem Kanton 40 000 Franken abzuliefern. Zudem beschlagnahmte es die beiden Grundstücke. Was den Beschuldigten zum Schluss doch noch sehr in Aufregung versetzte.

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