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Siegloses Spitzenduo

Der FCB spielte nur unentschieden und löste GC doch an der Spitze der Super League ab. Die Zürcher verloren nämlich gar erstmals, auch wegen Ermir Lenjani.

Natürlich war für einen Meister und Champions-League-Teilnehmer wie den FC Basel ein Misserfolg, vor eigenem Publikum gegen einen Fehlstarter wie Sion nach einer Führung nicht über ein 2:2 hinauszukommen. Dennoch waren die Basler ein klein bisschen ein Gewinner des Abends. Denn die Grasshoppers, die bei Spielbeginn die Tabelle noch angeführt hatten, verloren gar noch einen Punkt mehr. Nach dem 0:1 gegen St. Gallen stehen sie nach Minuspunkten zwar noch immer besser da, aber nach Pluspunkten hat der FCB wieder den Platz übernommen, der ihm angemessen erscheint: die Spitze der Super League. In acht Meisterschafts- und zwei Cupspielen waren die Grasshoppers unter Trainer Michael Skibbe ungeschlagen geblieben. In der Regel boten sie auch Leistungen, die rechtfertigten, dass sie sich in der Liga gar an die Spitze schoben. Doch an diesem Samstag ging im elften Anlauf nicht nur Skibbes Serie zu Ende. Er musste nach der Niederlage gegen St. Gallen auch feststellen, «dass wir heute nicht unsere beste Leistung abriefen». Hajrovics Entschuldigung Das war noch beschönigend für die Vorstellung, wie die Mannschaft nach einer guten und mehrheitlich beherrschten ersten halben Stunde mit dem Gegentreffer nachliess. Wie ihr Mitglied Izet Hajrovic später den Vorteil der Überzahl innert kürzester Zeit zunichte machte und wie sie danach jegliche Klarheit im Spiel vermissen liess. Auch Skibbes Vorgehen war zwiespältig. Neben dem angeschlagenen Vero Salatic auch noch Amir Abrashi aus dem zentralen Mittelfeld zu nehmen und insgesamt zu viele positionelle Umstellungen vorzunehmen, war nicht hilfreich. Auf dem Weg zur ersten Meisterschaftsniederlage lieferte GC die schwächste Leistung der Saison, ausgenommen das 0:0 in Lausanne, zu dem Skibbe mit übertriebenen Europacup-Rotationen beigetragen hatte. Rotieren muss er nun am Sonntag in Thun, denn neben Hajrovic ist auch Salatic gesperrt. Hajrovics Ausraster gegen Stéphane Besle mag, obwohl weder Skibbe noch Hajrovic einen direkten Zusammenhang sehen wollte, doch Nachwirkung auf seine Aktion in Luzern gegen Torhüter David Zibung gewesen sein. Von Zibung erhielt Hajrovic keine Vorwürfe, aber gegen den zuerst provozierenden und danach wenig sportlich reagierenden Besle machte er doch den Eindruck eines nervlich überbeanspruchten jungen Mannes. Hajrovic war danach immerhin klug genug, sich nicht um seine Verantwortung herumzudrücken. Natürlich wies er aufs Verhalten von Besle hin: «Er hat mich zuerst, als ich am Boden lag, angeschrien.» Was Besle sagte, verstand Hajrovic nicht – es war ja auch französisch und handelte offenbar, wie es Besle kundtat, von einem Hinweis auf «Luzern». Aber es sei dann doch «übertrieben» gewesen, wie Besle auf seinen Kopfstoss reagiert habe, fuhr Hajrovic fort. Doch er wusste auch, «dass das eine dumme Reaktion war von mir – ich habe nicht viel studiert.» Beim Team hat er sich entschuldigt. Sein unvorteilhafter Beitrag war massgeblich, dass eine Mannschaft, die in Luzern ihre Überzahl geradezu schulmässig ausgespielt hatte, an diesem Tag versagte. GC war höchstens eine halbe Stunde lang ein Spitzenteam. Die St. Galler waren es eher. Auch sie spielten zwar nicht annähernd so gut wie am Dienstag beim 0:0 gegen die Young Boys. Aber wenigstens kämpften und verteidigten sie mit dem 1:0 im Rücken gut. Sie haben nicht umsonst einen Lauf, der nun schon zwölf Spiele währt. Und am Donnerstag in Swansea weitergehen soll. Lenjanis Première Das Tor übrigens war für den Schützen eine besondere Sache: Es war, in seinem 22. Match in der höchsten Liga, das erste Ermir Lenjanis. Der für 30 000 Franken aus Winterthur gekommene 24-jährige Albaner ist nach einem halben Jahr Anlaufzeit unbestrittener Stammspieler als Linksverteidiger. Alle 14 Pflichtmatches dieser Saison hat er von Anfang bis Ende bestritten. Als seine Mannschaft nun nach einer halben Stunde im Letzigrund zu einem Konter ansetzte, sprintete er in seinem typischen Stil über den halben Platz herbei. Er war präsent, Goran Karanovics Pass aufzunehmen und den Ball aus wenigen Metern präzis in die weitere Ecke zu schlagen. Eines fehlt ihm bei seinem Aufstieg noch, anders als seinem alten Kumpan Abrashi: Ein Platz in Albaniens Nationalteam. Schärs Bangen In Basel wurde das Unentschieden gegen Sion rasch abgehakt, denn schon morgen spielt der Meister in der Champions League gegen Schalke 04. Das grösste Interesse galt Fabian Schär, der nach 70 Minuten vom Platz getragen werden musste. Er hatte sich am Knie verletzt, als er einen seiner weiten Pässe schlagen wollte. Die Befürchtungen waren gross, doch mittlerweile kam Entwarnung: Es ist nur eine «Weichteilquetschung» im rechten Knie. Es ist sogar möglich, dass Schär gegen Schalke spielt. Die Frage ist, ob die starken Schmerzen rechtzeitig abklingen. Entschieden wird wohl erst morgen. (hjs/red)

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