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Sika glänzt mit Rekord

Der Bauchemie- und Klebestoffhersteller Sika hat im Geschäftsjahr 2014 ein Rekordergebnis erzielt. Überschattet wird es von der drohenden Übernahme durch den französischen Konzern Saint-Gobain.

Eigentlich müsste die Sika-Führung rundum zufrieden sein: 2014 sei ein absolutes Rekordjahr gewesen, sagte Konzernchef Jan Jenisch an der gestrigen Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Der Umsatz habe in allen Regionen Bestmarken erreicht. Auch bei Betriebsgewinn und Reingewinn seien die besten Resultate der Unternehmensgeschichte erzielt worden. Für die Zukunft ist der CEO sehr zuversichtlich.

Eine grosse Unbekannte

Damit wäre Jenisch unter normalen Umständen sicher zufrieden. Doch die Umstände sind nicht normal. Vielmehr stehen die Zeichen auf Sturm. Denn bei Sika gibt es eine grosse Unbekannte: Saint-Gobain. Anfang Dezember hatte der französische Baustoffkonzern überraschend bekannt gegeben, dass er die Kontrolle über Sika übernehmen wolle. Die Gründerfamilie Burkard, die über die Schenker-Winkler-Holding (SWH) mit 16,4 Prozent des Kapitals 52,6 Prozent der Stimmrechte von Sika kontrolliert, hatte zuvor eingewilligt, die SWH für 2,75 Milliarden Franken an Saint-Gobain zu verkaufen. Die Übernahmeprämie – also die Differenz zwischen dem Preis und dem Börsenwert des Aktienpakets – betrug hohe 80 Prozent. Die Übernahmepläne trafen die Sika-Führung völlig unvorbereitet. Binnen weniger Stunden meldete der Verwaltungsrat unter Präsident Paul Hälg aber resolut Widerstand an. Der Verwaltungsrat sieht in Saint-Gobain nichts weniger als eine Gefahr für die Erfolgsgeschichte von Sika. Denn im Gegensatz zur Familie Burkard wollen die Franzosen auch im obersten Gremium das Sagen haben. Laut dem Verwaltungsrat würde das aber zu schweren Interessenkonflikten führen, die nachteilige Folgen für alle anderen Aktionäre hätten. So sei es nur natürlich, dass Saint-Gobain im Zweifelsfall das eigene Geschäft und die eigenen Aktionäre auf Kosten von Sika bevorzugt behandeln würde. Die Sika-Führung beharrt darauf, dass Saint-Gobain-Chef Pierre-André de Chalendar seine Pläne anpasst. Sie hat ihm deshalb zwei Vorschläge unterbreitet. Einerseits wird de Chalendar aufgefordert, allen Aktionären ein Übernahmeangebot machen. Anderseits soll er das Mörtelgeschäft von Saint-Gobain an Sika abtreten, weil das von ihm prognostizierte Sparpotenzial ansonsten nicht realistisch sei. Für de Chalendar dürften beide Vorschläge unannehmbar sein.

Gericht muss entscheiden

Wie es weitergehen soll, muss nun das Kantonsgericht Zug entscheiden. Die Familie Burkard hat Klage erhoben, weil Sika unter Berufung auf die ebenfalls in den Statuten enthaltene Stimmrechtsbeschränkung die Stimmrechte der SWH auf 5 Prozent begrenzen will. Die Familie Burkard, der die SWH derzeit noch gehört, wäre damit entmachtet. Die Übernahme durch Saint-Gobain könnte nicht vollzogen werden. Und die Sika-Spitze wäre dem Hurrikan entronnen. Hälg rechnet mit einem Entscheid im März.

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