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Silber verpasst, happy mit Bronze

Florenz. Fabian Cancellara sicherte sich an der Rad-WM im Zeitfahren die Bronzemedaille, 48 Sekunden hinter dem alten und neuen Weltmeister Tony Martin und gut zwei Sekunden hinter Bradley Wiggins.

Dass Topfavorit Martin überlegen seinen dritten Weltmeistertitel in Serie gewinnen würde, wurde im Verlauf des Rennens bald einmal klar. Dahinter aber lieferten sich Olympiasieger Bradley Wiggins und Cancellara auf dem 57,9 km langen Parcours von Montecatini Terme nach Florenz einen engen Kampf um die Silbermedaille. Auf den letzten Kilometern überholte Wiggins den vierfachen Weltmeister in dieser Disziplin noch und behielt letztlich knapp die Oberhand.

Im Einzelzeitfahren der Vuelta hatte Cancellara den nun dreifachen Weltmeister Martin noch um 37 Sekunden distanziert. Gestern vermochte der Schweizer den Deutschen nur zu Beginn des Rennens in Schach zu halten. Bei der ersten Zwischenzeit nach 7,3 km lag Cancellara 36 Hundertstel vor Martin. Danach folgte jedoch der flache, fast kurvenlose Mittelteil, in dem der in Kreuzlingen lebende Wahlschweizer aufgrund seiner Vorteile im aerodynamischen Bereich ge­gen­über Cancellara unwiderstehlich davonfuhr. Der 28- jährige Profi von Omega Pharma-Quickstep feierte in 1:05:36 und mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 52,911 km/h ungefährdet seine zweite Goldmedaille an dieser WM, nachdem er am Sonntag bereits Weltmeister mit seiner Mannschaft geworden war.

Wiggins lag bei der ersten Zwischenzeit fast 16 Sekunden hinter Cancellara und Martin. Doch der Brite drehte immer stärker auf und kam Cancellara Sekunde um Sekunde näher.

«Nicht irgendetwas verloren»

Der 32-jährige Cancellara schien mit seiner Performance und nach dem Gewinn seiner dritten bronzenen WM-Auszeichnung (nach 2005 und 2011) zufrieden zu sein: «Ich kann sagen, dass ich heute eine Medaille gewonnen, und nicht irgendetwas verloren habe. Klar, das Rennen war für mich eine Zwischenstation für Sonntag. Aber im Sport weiss man nie, was morgen passiert. Deshalb ist die Genugtuung da, eine Medaille gewonnen zu haben. Ich bin Dritter, ich bin happy und stolz auf mich.» In Florenz standen dieselben drei Fahrer in derselben Reihenfolge wie vor zwei Jahren an der WM in Kopenhagen auf dem Podest.

Im Vorfeld seines zweiten WM-Einsatzes nach dem Mannschaftszeitfahren vom letzten Sonntag hatte Cancellara davon gesprochen, dass die Platzierung für ihn nicht entscheidend sei. Wichtig sei vielmehr die Leistung – dies im Hinblick auf den kommenden Sonntag, an dem er erstmals Weltmeister auf der Strasse werden will. Und Cancellara, der seine siebte WM-Medaille gewann, bestand den Formtest.

Probleme mit dem Funk

Ärgern dürfte sich Cancellara über die knapp entgangene Silbermedaille dennoch, weil er unterwegs kaum Anhaltspunkte hatte, wie schnell er war. Mit dem Funk sprach Cancellara ein technisches Problem an, mit dem nicht nur er, sondern beispielsweise auch Wiggins zu kämpfen hatte. Nach wenigen Kilometern habe er nicht mehr mit seinem Trainer Luca Guercilena im Teamwagen kommunizieren können. Der Grund für die technischen Schwierigkeiten war nicht zu eruieren. Und als Ausrede für ein besseres Resultat wollte Cancellara den Ausfall der sensiblen Technik auch nicht gelten lassen.

Ein starkes Rennen fuhr der Weissrusse Wassil Kirjenka, der am Ende den undankbaren 4. Rang belegte. Reto Hollenstein, der zweite Schweizer im Starterfeld, belegte den 51. Rang unter 77 klassierten Fahrern. (si)

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