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Skibbes erster Dreier

Einen Zürcher Doppelsieg gabs zum Start der Fussballsaison: Der FCZ schlug Thun in letzter Minute 3:2; GC belohnte sich mit einem 2:0 in St. Gallen für eine starke zweite Halbzeit.

Ende Mai hatte Uli Forte seinen letzten Auswärtsauftritt als Trainer der Grasshoppers in der St. Galler Arena – und sah seine Mannschaft mit einer starken Leistung trotz eines Rückstands 2:1 siegen. Gestern stand erstmals Fortes Nachfolger Michael Skibbe bei einem GC-Pflichtspiel an der Seitenlinie – und er sah seine Mannschaft mit einer starken zweiten Halbzeit 2:0 siegen. Die erste Übung des neuen GC-Chefs ist also gelungen, mit einer Vorstellung, die bestätigt, dass die Mannschaft auch ohne Steven Zuber die Qualität für die Spitzengruppe haben müsste. Es war also ein guter Tag für Skibbe, vor allem auch deshalb, weil ihm in seiner Rolle als Coach keineswegs unwesentlicher Anteil am Erfolg zuzubilligen ist. Denn er zog offensichtlich die richtigen Schlüsse aus einer ersten Halbzeit, in der sich die beiden Mannschaften weitgehend neutralisiert hatten, in der so gut wie keine Torchancen zu sehen gewesen waren. Zwar waren Skibbes Grasshoppers schon da etwas mehr in Ballbesitz gewesen, eine Spur besser, aber nicht annähernd so, dass eine Führung naheliegend gewesen wäre. Als Vonlanthen ging ... Es war aber auch so, dass jener Mann auf Zubers Position bestenfalls mässig spielte. Es war Johan Vonlanthen, der Neue mit prominentem Namen, dem auf der linken Flanke so gut wie nichts glückte. Auch deshalb brachten es die Zürcher nicht fertig, die kämpferisch gewohnt starken, im Spiel nach vorne aber ebenfalls wenig durchsetzungsfähigen St. Galler vor unlösbare Probleme zu stellen. Also griff Skibbe zur Pause ein. Zum einen forderte er von seiner Mannschaft mehr Mut im Spiel nach vorne. Zum andern leistete er Hilfe, indem er Vonlanthen aus dem Spiel nahm, Anatole Ngamukol in die Sturmspitze schickte und das Duo Shkelzen Gashi/Nassim Ben Khalifa in neuer Rolle auftreten liess. Ben Khalifa war nun der Mann hinter der Spitze, Gashi der auf der linken Flanke. Nun setzten die Grasshoppers dermassen zu, dass die St. Galler allmählich die Übersicht verloren. Es häuften sich die gefährlichen Bälle, die in den Ostschweizer Strafraum flogen; beispielsweise Standards Izet Hajrovics. «Mit zunehmender Spielzeit übernahmen wir immer mehr die Kontrolle,» durfte Skibbe nicht zuletzt als Folge seiner Umstellungen feststellen. «Die taktischen Wechsel taten sehr gut,» sagte er auch. Oder: «In der zweiten Halbzeit waren wir fussballerisch deutlich überlegen.» Also sei der Sieg, der sich nun immer mehr abzeichnete, «verdient». Der erste bedeutsame Schritt dorthin war ein Angriff über die rechte Flanke, den Amir Abrashi mit einem öffnenden Pass einleitete, Michael Lang mit einem guten Ball in die Mitte fortsetzte und dort Gashi mit einer energischen Direktabnahme abschloss. Nächster Penalty-Nuller Es gab fortan kaum mehr Anzeichen, die Zürcher könnten dieses Plus wieder einbüssen – bis der Schiedsrichter in der 83. Minute nach einem leichten Kontakt Vero Salatics mit Dejan Janjatovic an der Strafraumgrenze auf Elfmeter entschied. Eine zwingende Massnahme war das nicht, aber auch keine skandalöse. Entschärft wurde die Thematik dadurch, dass der Slowene Dzengis Cavusevic diese einmalige Chance nicht verwerten konnte. Er schoss den Ball via Lattenoberkante ins Aus – direkt vor dem St. Galler Fanblock. «In zwei Jahren sind es nun schon vier Penaltys, die wir gegen GC verschossen,» merkte später Trainer Jeff Saibene an. Und befand, dass das «schon ein bisschen viel» sei. Mit dem späten Ausgleich wären die St. Galler trotz Zürcher Überlegenheit einem Punktgewinn nahe gewesen. Wie die Sache dann aber endete – mit einem brillanten Freistosstor Hajrovics – war auch Saibene und seinen Mitstreitern klar, «dass das Resultat unter dem Strich okay ist. GC hat den Sieg verdient.» Die Zürcher hätten, anerkannte auch Saibene, «in der zweiten Halbzeit die Überhand gewonnen.» Aus seiner Mannschaft aber hätten «einige nicht die Form der vergangenen Saison» gezeigt. Daran gelte es zu arbeiten. Natürlich wird auch Thema bleiben, wie der Abgang des Top­sko­rers Oscar Scarione besser wettzumachen ist als diesmal durch Sébastien Wüthrich. Womöglich hilft nur ein Transfer. Skibbe aber darf sich nun schon auf einen ersten Spitzenkampf freuen: Am kommenden Sonntag kommt der Meister in den Letzigrund. (mis)

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