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So fährt sich der Liebling der Massen

Mit dem Qashqai hat Nissan das Segment der Kompakt-SUV mitbegründet und einen anhaltenden Trend ausgelöst. An den Erfolg anzuknüpfen, ist eine heikle Mission. Der Nachfolger zeigt sich dafür aber sehr gut gerüstet, mit effizienten Motoren und viel Assistenztechnik.

Qashqai – dass sich ein Auto, dessen Schreibweise auch gestandene Automobiljournalisten gelegentlich nachschlagen müssen, so gut verkauft hat, ist schon verwunderlich. Noch dazu, wenn kaum einer weiss, wofür die ungewöhnliche Buchstabenreihe eigentlich steht: das iranische Nomadenvolk der Kaschgai. Oder hätten Sie das gewusst? Wie auch immer, Nissan hat mit dem kompakten SUV, das primär über die Vorderräder angetrieben wird und nur auf ausdrücklichen Wunsch hin auch auf allen Vieren kraxelt, den Nerv der Zeit getroffen. Zwei Millionen Mal wurde der Qashqai seit 2007 verkauft. Auch in der Schweiz erfreute er sich grosser Beliebtheit. Startete die erste Auflage noch als Aussenseiter, tritt die zweite mit dem Anspruch an, in der Erfolgsspur weiterzufahren – das aber in einem unterdessen hoch kompetitiven Marktsegment. Nissan ist diese heikle Mission eher konservativ, aber mit viel Fingerspitzengefühl angegangen: Erst einmal wurde dem Qashqai ein sportlicherer, etwas kräftigerer Auftritt verpasst, das Dach leicht gesenkt, die Karosserie um 4,7 Zentimeter verlängert und die Motorhaube verbreitert, sodass sie bis in die Kotflügel übergreift. Ganz gelungen sieht das aus. Nur die Dimensionen vom Fahrersitz aus einzuschätzen, insbesondere die Fahrzeugbreite von 1,8 Metern, fällt nicht gerade leicht. Hier sticht, je nach Ausstattung, der zweite Trumpf, den Nissan mit dem Qashqai ins Rennen schickt: die moderne Assistenztechnik, mit der sich die Japaner bereits in der Kompaktklasse ein Alleinstellungsmerkmal zu sichern versuchen. In einem ersten Paket sind ein Fernlichtassistent, einen Notbremsassistent, eine Verkehrszeichenerkennung und ein Spurhalteassistent zusammengefasst. Als Ergänzung ist in der obersten der drei Ausstattungslinien gegen 950 Franken ein zweites Paket mit dem sogenannten Safety Shield lieferbar: mit Totwinkel- und Müdigkeitswarner sowie zwei Parkiererleichterungen, nämlich einem Rundumkamerabild mit Aufsicht-Funktion und einem Parkassistenten, der das seitliche Einparken übernimmt. Nichts anbrennen lässt Nissan in Sachen Konnektivität. Das Multimediasystem bietet Google-Services, lässt sich mit dem Handy koppeln, empfängt Digitalradio und weist alle üblichen Schnittstellen auf. Der 7-Zoll-Touchscreen ist hoch im Armaturenträger platziert und gut erreichbar, Grafik und Menüführung sind ansprechend. Überhaupt sind Cockpit und Interieur sehr gefällig gemacht. Sauber verar­bei­te­te Kunststoffe, Klavierlack und ein mit dem Lederpaket aufgewertetes Gestühl schaffen eine wohnliche, wenn auch nicht piekfeine Atmosphäre. Und Platz ist hinten wie vorne auch für Erwachsene genug da. Die Sitze haben wenig Kontur und sind angenehm gepolstert. Zusammen mit der betont weichen Federung ergibt das einen rückenschonenden Fahrkomfort. Dass sich der Nissan dafür ziemlich in die Kurve neigt, ist zu verkraften. Sportliche Ambitionen hat das Auto sowieso nicht, wie auch die Motorisierung dokumentiert. In der Schweiz stehen zwei Diesel mit 110 oder 130 PS und ein 1,2-Liter-Benziner mit 115 PS zur Wahl. Letzterer reicht aus, um das Testfahrzeug passabel anzuschieben. Direkt aus dem Stand und dem Drehzahlkeller geht zwar nicht viel. Auf der Autobahn, bei höheren Touren also, bleibt aber genügend Reserve. Der Verbrauch pendelt sich im Test lobenswert unterhalb der Sechslitermarke und nah an der Werksmessung von 5,6 Litern ein. Die beiden Diesel sollen sogar nur 3,8 und 4,4 Liter benötigen und fahren in der Effizienzklasse A. Ein Wermutstropfen für Kunden sind die geringen Wahlmöglichkeiten. Allrad gibt es zum Aufpreis von 3200 Franken nur in Verbindung mit dem stärkeren 1,6-Liter-Diesel, ebenso ein Automatikgetriebe für 2500 Franken, wobei sich die beiden Optionen nicht kombinieren lassen. Immerhin macht sich die überschaubare Kombinatorik positiv in der Preisliste bemerkbar. Als Benziner mit einer problemlosen Sechsgang-Handschaltung steht der Qashqai schon ab 24?990 Franken im Angebot, mit manueller Klimaanlage, Berganfahrhilfe, Radio-CD-Audiosystem und Tempomat, aber noch ohne die beiden Assistenzsysteme. Der Testwagen in der höchsten der drei Ausstattungslinien kostet 33?900 Franken Basis, unter anderem inklusive Multimediasystem, Klimaautomatik, Panorama-Glasdach und dem ersten der beiden Assistenzpakete. Mit dem Safety Shield, Lederausstattung und Metallic-Lackierung resultiert ein Endpreis um die 36?500 Franken. Für ein rundum praktisches und voll ausgestattetes Kompakt-SUV ist das ein kompetitiver Preis und ein guter Grund, um sich die Orthografie dieses Autos dann doch endlich mal zu merken: Qashqai. Nissan Qashqai 1.2 DIG-T Tekna + Komfortable Federung + Preis-Leistungs-Verhältnis + Moderne Assistenzsysteme – Deutliche Antrittsschwäche – Wenig Kombinationen – Durchschnittliche Übersicht

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