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So nobel kann Mittelklasse sein

Mercedes-Benz schiebt der neuen C-Klasse das T-Modell hinterher. Der beliebte Kombi sieht in der neuen Generation nicht nur unverschämt gut aus, er fährt sich auch formidabel.

Moderne Kombis bieten nur Vorteile. Die Zeiten, in denen klobige Kastenaufbauten das Fahrverhalten negativ beeinflussten, sind längst vorbei, heute sorgen aerodynamisch ausgefeilte Karosserien und ausgeklügelte Leichtkonstruktionen dafür, dass selbst die Verbrauchswerte und die Fahrgeräusche denen von Limousinen gleichkommen. Wieso also eine Stufenhecklimousine kaufen, fragt man sich, zumal die Kombis einen deutlich höheren Nutzwert bieten und oft sogar besser aussehen. Da die Hersteller das längst erkannt haben, ist auch die preisliche Differenz oftmals zu vernachlässigen; objektiv betrachtet spricht demnach alles für einen Kombi. Vorbei sind aber auch die Zeiten, in denen Kombis riesigen Stauraum boten; die oben genannten Kriterien sind es, aber auch der Puls der Zeit, die aus den biederen Kastenwagen von einst trendige Lifestyle-Kombis machen. Ein gutes Beispiel dafür ist die neue C-Klasse von Mercedes-Benz: Das T-Modell, das ab 13.?September auf den Schweizer Markt kommt, sieht unverschämt gut aus, ist windschnittig gestaltet und gibt sich betont sportlich. Doch schon von aussen betrachtet ist zu sehen, dass dar­un­ter das Ladevolumen leidet: Die zum Heck hin abfallende Dachlinie, die sich nach oben verjüngenden Seitenwände und die bescheidene Fahrzeughöhe dienen der Optik, der Aerodynamik und letztlich dem Verbrauch; dem Nutzwert dienen sie nicht. Dennoch betont Mercedes-Benz, dass das neue T-Modell mehr Laderaum als die Vorgängerversion biete, und tatsächlich: Zusätzliche fünf Liter Raum haben die Ingenieure gefunden, mit umgeklappten Rücksitzen sogar deren zehn – ein Hohn, wenn man die um fast zehn Zentimeter gewachsene Fahrzeuglänge bedenkt. Mit einem Ladevolumen von 490 respektive 1510 Litern ist die C-Klasse dennoch ordentlich aufgestellt im Konkurrenzvergleich; auch die anderen Pre­miumhersteller bauen Lifestyle-Kombis. Der Radstand nahm um acht Zentimeter zu, was vorwiegend den Passagieren im Fond zugutekommt: Hier sitzt man feudal und mit geradezu fürstlicher Beinfreiheit. Die Variabilität ist gut, die Rückbank lässt sich dreigeteilt umklappen, auch vom Kofferraum aus. Die Heckklappe öffnet auf Wunsch elektrisch, wer die Hände voll hat, kann den Vorgang mit einem gezielten Fusskick unter die Heckschürze auslösen. Es sind übrigens wiederum zwei unterschiedliche Frontpartien im Angebot, eine mit klassischer Stern-Kühlerfigur, eine mit riesigem Emblem im Kühlergrill. Wer es noch sportlicher mag, ordert das AMG-Stylingpaket. Der Innenraum wird von einer auffallend breiten Mittelkonsole dominiert, die man in einem Supersportwagen, nicht aber in einem Kombi erwarten würde. Der Fussraum von Fahrer und Beifahrer leidet freilich darunter, dennoch ist der Sitzkomfort gut. Dafür sorgen auch die hervorragenden, elektrisch auf jede erdenkliche Weise verstellbaren Sitze. Das Layout der Mittelkonsole ist äusserst elegant, neben dem zentral auf dem Mitteltunnel platzierten Dreh-Drück-Regler können nun auch sämtliche Bedienbefehle wie bei einem Notebook über ein Touchpad eingegeben werden – grossartig. Die verbauten Materialien sind erstklassig, ebenso deren Verarbeitung – die C-Klasse kratzt diesbezüglich gehörig an der Grenze zur grösseren E- und ­sogar S-Klasse. Das tut sie auch punkto Fahrassistenzsysteme; auf alle einzeln einzugehen, würde den Rahmen der Berichterstattung sprengen. Die Motorenpalette wurde überarbeitet und modernisiert, sämtliche Motoren sind mit Stopp-Start-System ausgerüstet und erfüllen die Euro-6-Norm. Die Vier-Zylinder-Dieselmotoren decken ein Leistungsspektrum von 116 bis 204 PS ab. Besonders hervor sticht der C 300 BlueTec Hybrid: Dieser Diesel-Mildhybrid kann dank eines unterstützenden Elektromotors mit einem Verbrauch nach NEFZ von nur 3,8 Litern auf 100 Kilometer glänzen; diese Variante wird ab Ende Jahr erhältlich sein. Später wird ein Plug-in-Hybrid mit Vier-Zylinder-Benzinmotor folgen (C 350 Hy­brid). Die direkt einspritzenden Benzin­aggregate sind drei Vier­zylinder und ein Sechszylinder mit einer Leistung von 156 bis 333 PS. Der Allradantrieb 4Matic wird voraussichtlich Ende Jahr für die Versionen C 250 BlueTec (Diesel) und C 400 (Benzin) angeboten. Auf ersten Ausfahrten rund um Frankfurt hat uns vor allem der Dieselhybrid gefallen. Leise, ­geschmeidig und sehr kraftvoll beschleunigt der Hybridantrieb, stets in perfekter Harmonie mit dem Sieben-Gang-Automatikgetriebe. Der Hecktriebler rollt generell äusserst komfortabel ab, besonders mit der optionalen Luftfederung, kanns aber dank der vier Fahrmodi (plus indivi­duell einstellbarem Modus) auch sehr sportlich. Die Lenkung lässt auf den ersten Metern etwas Feedback vermissen, doch daran wird sich der Fahrer rasch gewöhnen. Mit dem T-Modell der neuen ­C-Klasse rennt Mercedes-Benz offene Türen ein; zwei von drei in der Schweiz verkauften C-Klassen sind Kombis. Es bringt Oberklassen-Feeling in das beliebte Segment der Mittelklassekombis und wird damit viele begeistern. Die Preise beginnen ab 46?900 Franken (C 180 mit Sechs-Gang-Schaltgetriebe). Für Schnellentschlossene lanciert Mercedes-Benz das Sondermodell Swiss Star Edition auf Basis C 220 BlueTec Diesel, das ab 43?900 Franken angeboten wird und dem Kunden einen Preisvorteil von 11?000 Franken bietet. Dave Schneider

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