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Sorgen und Kummer

An der Winter-Universiade vom 4. bis 14. Februar in Granada leitet Fredi Schneider die Schweizer Delegation. Der Winterthurer hat einige Sorgen, aber auch Olympiasiegerin Patrizia Kummer im Team.

Schon an der letzten Winter-Universiade (2013 im Trentino) stand Schneider an der Delegations­spitze. Der langjährige Leistungssportchef des Schweizer Hochschulsportverbandes (SHSV) durfte vor zwei Jahren nachrücken, als Erich Hanselmann in den Ruhestand ging. Schneider, der seit acht Jahren an jeder Winter-Universiade plus siebenmal beim sommerlichen Pendant dabei war, organisierte sein Kernteam neu und legt grossen Wert darauf, dass alles auf die Athletinnen und Athleten ausgerichtet ist. Positiver erster Eindruck Dazu gehört auch, dass er die Sportcracks dann und wann etwas abschirmt. «Ob wir beim Reko­gnoszieren im Herbst über den Stand der Bauarbeiten leicht beunruhigt waren, ist für den Athleten nicht wichtig», macht Fredi Schneider ein Beispiel: «Für ihn ist entscheidend, dass ‹seine› Sportanlage jetzt perfekt vorbereitet ist.» Die ersten Eindrücke nach der Ankunft in der Uni­versiade-Region stimmen den Schweizer «Chef de mission» zuversichtlich. Doch die Vorbereitungen auf die Universiade in Südspanien forderten den Hochschulsportlehrer sehr stark. Denn Granada ist eine politische Lösung – ursprünglich wollte Spanien die Sommer-Universiade durchführen, wurde vom Internationalen Hochschulsportverband (FISU) aber davon überzeugt, die Winterspiele zu übernehmen. Die Wirtschaftskrise und organisatorische Schwierigkeiten sorgten schon früh für Sand im Getriebe. Höhepunkt war die Auslagerung der nordischen Disziplinen, diese wurden bereits in der letzten ­Januarwoche in Strbské Pleso in der Slowakei durchgeführt – in Spanien durften die notwendigen Anlagen nicht gebaut werden, weil sie ein Naturschutzgebiet tangiert hätten. Schwierigkeiten meistern Dass nicht alles rund läuft, ist für Fredi Schneider nichts Neues. «Schon 2013 war es ziemlich chaotisch, als die FISU den Slowenen weniger als ein Jahr vor dem Durchführungsdatum die Universiade von Maribor wegnahm und sie neu ins Trentino vergab», blickt Fredi Schneider zurück. Mit acht Podestplätzen schnitt die Schweizer Delegation 2013 sehr erfolgreich ab – diese Medaillen zählen in den Augen von Fredi Schneider auch für die aktuelle Mission. Nicht als Richtgrösse, sondern vielmehr als eigene Motivation. «Diese Emotionen, die ich mit den Athleten und Athletinnen teilen durfte, waren für mich beim Vorbereiten für Spanien ein grosser innerer Antrieb. Und dass wir das Hin und Her vor zwei Jahren am Ende doch irgendwie gut im Griff hatten, gab mir eine gewisse Ruhe, auch die aktuellen Schwierigkeiten sicher zu meistern.» Ein Sack voller Flöhe Und solche gab es auch intern. Speziell die alpinen Skirennfahrer waren für Fredi Schneider wie ein Sack voller Flöhe – anfänglich standen total 23 Alpine auf der Disziplinenliste, nun ist neben den acht selektionierten Studentensportlern ein einziger Swiss-Ski-Fahrer dabei. «Klar habe ich ein gewisses Verständnis für wetterbedingte Verschiebungen im übergeordneten FIS-Kalender …» Fredi Schneider atmet tief durch: «Doch statt mich allzu fest zu ärgern, freue ich mich viel lieber dar­über, dass wir bei den Freestylern eine tolle Truppe in Spanien haben. Und dass bei den Alpin-Snowboardern Patrizia Kummer wieder mit von der Partie ist. Das hatte sie mir am Schlussabend im Trentino versprochen. Und sie hat Wort gehalten, obwohl sie inzwischen Olympiasiegerin geworden ist!» Roland Eggspühler

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