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«Sotschi light» oder «Sotschi max»

16 Spieler der WM-Mannschaft treten beim Heimturnier heute gegen Norwegen und morgen gegen Weissrussland oder die Slowakei an, es geht auch um die Olympiaselektion.

Vor einem Jahr hatte Eishockey-Nationaltrainer Sean Simpson bei der Arosa Challenge dank des Lockout mit Ausnahme von Jonas Hiller die Schweizer NHL-Spieler im Team – das ergab einen souveränen Turniersieg. Dieses Jahr fehlen die Leute aus Nordamerika, dafür präsentieren sich im Bündnerland nicht weniger als 16 Spieler des Teams, das an der WM in Stockholm neun Partien in Folge gewann und sich erst im Final geschlagen geben musste (1:5 gegen Schweden). Der Kern dieser Mannschaft hat die besten Chancen, beim Höhepunkt des Winters, den Olympischen Spielen in Sotschi, dabei zu sein. Die Spiele in Russland beginnen am 7. Februar, das Eishockeyturnier am 12. Februar. Sean Simpson wird das Kader von 22 Feldspielern und drei Torhütern (inklusive NHL-Spieler) am 6. Januar benennen müssen. Natürlich kann es nachher noch Änderungen geben, aber die müssen medizinisch begründet sein. Nach Sotschi werden aber mehr als 25 Schweizer Eishockeyaner reisen. Die einen werden ein «Sotschi light» erleben, die andern ein «Sotschi max». Die Light-Version ist jenen vorbehalten, die nach Russland fliegen und in den beiden Testspielen vor Ort gegen Russland und Norwegen eingesetzt werden (am 9. und 10. Februar) – und nachher den NHL-Spielern weichen müssen, die erst am 10. Februar am Olympiaort eintreffen. Der internationale Verband und das IOK sind übereingekommen, dass nie mehr als 25 Spieler gleichzeitig akkreditiert sein dürfen. Es wird also auch eine logistische Übung stattfinden, damit die Ausgeschiedenen noch am 10. Februar die olympische Zone verlassen. Acht bis zehn aus der NHL «Sotschi max» trifft auf jene Schweizer NLA-Spieler zu, die Vorbereitung und Olympiaturnier mitmachen dürfen. In dieser Hinsicht darf man schon jetzt (Verletzungen ausgenommen) ein bisschen spekulieren. Aus Nordamerika dürften die Goalies Jonas Hiller und Reto Berra zum Team stossen, der dritte Mann dürfte dann Martin Gerber sein. Bei den Verteidigern stehen fünf NHL-Kandidaten auf der Liste: Mark Streit, Luca Sbisa, Rafael Diaz, Roman Josi und Yannick Weber. Weber ist ein Wackelkandidat, vier NHL-Verteidiger dürften in Sotschi spielen. Bei den Stürmern gibts am meisten Platz für NLA-Spieler. Nino Niederreiter, Damien Brunner und Simon Moser sind die NHL-Probables. Simpson sagte es nie direkt, aber mehrmals indirekt: Die Spieler, die in den letzten Jahren stets dabei waren, und jene, welche die Silbermedaille gewannen, haben sehr gute Chancen auf eine Olympiareise. Es figurieren in dieser Gruppe aber durchaus einige Wackelkandidaten und solche, die sich von aussen aufdrängen. Allen voran Roman Wick, der schon in Vancouver dabei war, die letzte WM aber wegen eines Fussbruchs verpasste. Eigentlich keine Chancen auf Olympia haben dürften zum Beispiel Julien Sprunger und Andrei Bykow, die zuletzt immer wieder vor WM-Turnieren den Hinterausgang durch die medizinische Abteilung wählten. Von den ursprünglich aufgebotenen 18 «Silberhelden» für Arosa mussten Dario Bürgler und Mathias Seger absagen, Philippe Furrer und Simon Bodenmann verpassten wegen Verletzungen ein Aufgebot. Tobias Stephan, an der WM die Nummer 3 im Tor, war bisher kein Thema für Simpson. (jch)

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