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SP fühlt sich sicher, SVP bangt

Neun Männer und zwei Frauen streiten sich im nächsten Jahr um die neun Sitze im Stadtrat von Illnau-Effretikon. Kämpfen müssen vor allem vier Männer: Sie hoffen auf die zwei frei werdenden Plätze – nur der Stadtpräsident hat schon so gut wie gewonnen.

Die Erneuerungswahlen des Stadtrats im nächsten Frühling werden spannend: Gestern gab die wählerstärkste Partei, die SVP, bekannt, wie sie den Sitz ihres abtretenden Gesundheitsvorstehers Max Binder verteidigen will. Sie schickt den 34-jährigen Mathias Ottiger ins Rennen. Nun kämpfen 2014 vier Männer um zwei frei werdende Stadtratssitze. Neben Ottiger sind das Andreas Hasler (GLP), Hans-Jürg Gehri (BDP) und Samuel Wüst (SP). Wie Ottiger will auch Wüst den Sitz eines abtretenden Parteikollegen verteidigen – und gibt sich bereits recht siegessicher: «Ich denke, dass ich zu 70 Prozent gewählt bin.» Kein Geschenk Ottiger, der auch Präsident der Ortspartei ist, zeigt sich etwas zurückhaltender: «Meine Wahlchancen heute einzuschätzen, ist schwierig. Einen Sitz bekommt man nie geschenkt.» Die Konkurrenz aus der BDP fürchte er aber nicht, sagt Ottiger. «Aber es ist nun wichtig, dass wir unsere Botschaft gut unter die Leute bringen können.» Er will seine Schwerpunkte auf die angeschlagenen Stadt­finanzen, die Attraktivität Illnau-Effretikons und die Sicherheit legen. BDP-Kandidat und Unternehmer Hans-Jürg Gehri sieht sich aber durchaus in der Lage, der SVP wertvolle Stimmen abzujagen: «Viele unterstützen meine Politik – von links bis rechts.» Dennoch dürfte Ottiger die Kandidatur des Grünliberalen Andreas Hasler mehr zu schaffen machen. Dieser wird wohl versuchen, jenen Sitz zurückzuerobern, den die Grünen vor zwei Jahren an die SVP verloren haben – obwohl Hasler heute sagt: «Ich kämpfe gegen niemanden.» Ihm sei viel wichtiger, dass die politische Mitte im Stadtrat vertreten sei. Diese fehle heute und das wolle er ändern. Im Wahlkampf könnte der Umweltpolitiker Hasler von der SP Rückendeckung erhalten. SP-Copräsidentin und Gemeinderätin Brigitte Röösli sagt: «Wir könnten uns ein allfälliges Ticket mit der GLP vorstellen. Entschieden haben wir aber noch nichts.» «Ohne Fehler» Entschieden ist für die Parteien hingegen, dass sie das Stadtpräsidium nicht angreifen werden. GLP-Kandidat Hasler hätte es «als vermessen» empfunden, selbst als Stadtpräsident zu kandidieren, ähnlich äussert sich BDP-Kandidat Gehri. Sogar die starke SVP, die vor zwei Jahren versucht hatte, das Präsidium zu erobern, lässt es 2014 bleiben. Ottiger sagt dazu: «Es macht zurzeit keinen Sinn, den Stadtpräsidenten anzugreifen.» Er habe bisher nichts Falsches gemacht und biete deshalb auch wenig Angriffsfläche. Die SVP fahre zurzeit sowieso gut mit den bisherigen Ressorts Hochbau, Tiefbau und Gesundheit, wolle sie verteidigen und in diesen weiterhin gute Arbeit leiten (siehe Kasten). SP-Stadtpräsident Ueli Müller darf sich also wohl bereits heute auf eine nächste Amtszeit freuen – ohne dass er dar­um kämpfen muss.

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