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Spaniens Klasse und Reife

Paris. Welt- und Europameister Spanien hat sich am Dienstag mit dem 1:0 in Frankreich aus einer heiklen Si­tua­tion befreit.

Hätte Spanien in Frankreich nicht gewonnen, so wäre die direkte Qualifikation für die WM 2014 in Brasilien nicht mehr aus eigener Kraft zu schaffen gewesen. Dem entsprechend verspürten die Spanier nach dem wichtigen Sieg Genugtuung. Sie widerlegten mit ihrem Auftritt in Saint-Denis die Kritiker, die ihnen nach dem Heimremis gegen Finnland das Ende einer grossen Ära prophezeit hatten. Trainer Vicente del Bosque meinte: «Es hatte Zweifel an unserer Mannschaft gegeben. Aber wir haben unsere Klasse und Reife bestätigt.» Er betonte, dass es sich für seine Mannschaft bewährt habe, ihrem eigenen Stil treu zu bleiben.

Für den entscheidenden Treffer der Spanier in der 58. Minute zeichneten ausgerechnet zwei Spieler verantwortlich, die vier Tage davor gegen Finnland zu Beginn auf der Ersatzbank hatten Platz nehmen müssen. Torschütze Pedro Rodriguez und Vorbereiter Nacho Monreal waren nach den Ausfällen von David Silva (gesperrt) und Jordi Alba (verletzt) in die Stammformation gerückt. Zu den spanischen Matchwinnern gehörte auch Victor Valdes. Der «Barça»-Keeper erwies sich als valable Alternative zum rekonvaleszenten Iker Casillas. Spanien ist nun seit März 1993 bereits in 50 WM-Qualifikationsspielen ungeschlagen.

England in der Kritik

Wenn Spanien sich keinen Ausrutscher mehr leistet, bleibt für Frankreich im Optimalfall nur die Barrage. Und in jener Ausscheidung wäre es durchaus möglich, dass die «Equipe Tricolore» auf England trifft. Die «Three Lions» bissen sich erneut an Montenegro die Zähne aus. England liegt nach dem 1:1 in Podgorica nach wie vor zwei Punkte hinter dem Gegner vom Dienstag.

Roy Hodgson und sein Team mussten sich einiges an Kritik gefallen lassen. Die Darbietung in der zweiten Halbzeit vermochte nicht zu genügen. Manche Beobachter sprachen dem aktuellen Kader der Engländer die Fähigkeit ab, in bedeutenden Momenten mit Druck umgehen zu können. Die Rede war von Versagensängsten. Immerhin: Montenegro muss am 11. Oktober noch in England antreten.

Punkt für die USA in Mexiko

Auch in der Qualifikation der CONCACAF-Zone kommen die Favoriten noch nicht wie gewünscht in Schwung. Mexiko kam auch im dritten von zehn Spielen in der Finalrunde nur zu einem Unentschieden, einem 0:0 zu Hause gegen die USA. Das US-Team von Trainer Jürgen Klinsmann durfte mit dem gewonnenen Punkt beim Erzrivalen zufrieden sein, waren doch die Gastgeber vor über 110 000 Zuschauern im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt spielerisch überlegen. Die US-Boys hatten überdies einen nicht unerheblichen Klimawechsel zu bewältigen: Am Freitag hatten sie noch in einem Schneesturm gegen Costa Rica (1:0) gespielt, am Dienstag in der Hitze Mexikos. Für die USA war es im 15. Qualifikationsspiel in Mexiko erst das zweite Unentschieden (bei 13 Niederlagen).

Mit den klimatischen Bedingungen zu kämpfen hatten auch die Argentinier. Auf 3600 Metern Höhe in La Paz reichte ihre Luft diesmal immerhin für ein 1:1, nachdem es 2009 in Bolivien noch eine 1:6-Niederlage abgesetzt hatte. Der Ex-Bremer Marcelo Moreno brachte Bolivien in der 25. Minute in Führung. Valencias Ever Banega glich in der 44. Minute für den zweifachen Weltmeister aus. Wie sehr die «Albiceleste» unter den Bedingungen litten, zeigte das Beispiel Lionel Messis, der sich in der Pause in der Kabine übergeben musste. Nach dem Match bekam der Star von Boliviens Präsident Evo Morales einen traditionellen Poncho geschenkt.

Von Argentiniens Punktverlust konnte Kolumbien, in der Südamerika-Qualifikation nach vier Siegen hinter­ein­ander erster Verfolger, wegen einer 0:1-Niederlage gegen Venezuela nicht profitieren. Das Tor für Venezuela erzielte in der 13. Minute José Rondon von Rubin Kasan (Russ). Alexander Gonzalez von den Young Boys figurierte in der Stammformation Venezuelas, Rolf Feltscher wurde in der Schlussphase eingewechselt. Dessen Bruder Frank von den Grasshoppers blieb wie YB-Stürmer Josef Martinez auf der Ersatzbank. Auf Rang 2, vier Punkte hinter Argentinien, liegt nun Ecuador, das Paraguay 4:1 bezwang. Ecuadors Ausgleichstor erzielte der ehemalige Basler Felipe Caicedo. (si/red)

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