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Speed-Fahrer vor erster Bewährungsprobe der Saison

Am Wochenende bestreiten die Männer in Lake Louise die ersten Speed-Rennen dieser Saison. Bei den Schweizern soll mit dem neuen Chef Sepp Brunner wieder mehr Ruhe einkehren.

Dass Walter Hubmanns Engagement als Chef der Schweizer Speed-Fahrer nicht von langer Dauer sein würde, hatte sich in der letzten Saison früh abgezeichnet. Der Österreicher hatte einen schweren Stand. Das Klima innerhalb der Equipe war gestört. Zwischen Hubmann und den ihm unterstellten Trainern stimmte die Chemie nicht. Der Österreicher trat zurück, und schon kurz nach dem Weltcupfinal auf der Lenzerheide wurde mit Sepp Brunner ein Landsmann als Nachfolger präsentiert. Der 55-jährige Steirer hat eine lange Vergangenheit im Verband und ist mit den Gegebenheiten im Schweizer Skisport bestens vertraut. Viele der aktuellen Cracks kennt er seit geraumer Zeit. Als Individualcoach hat er Beat Feuz bei der Rückkehr nach dessen Kniegeschichte unterstützt. Dem Vernehmen nach hat sich die Stimmung im Speed-Team seit Brunners Installierung merklich gebessert. Brunner selber sagt, dass innerhalb der Crew hervorragend gearbeitet werde. Zuletzt konnte in Colorado bei vorzüglichen Bedingungen trainiert werden. Und die Schweizer mussten offenbar die paar Vergleiche mit anderen Nationen nicht scheuen. Brunner hofft, dass seine Athleten die Euphorie aus der Vorbereitung in den Weltcup mitnehmen können. Und dass sich mit wachsendem Selbstvertrauen gute Ergebnisse einstellen. Auch er weiss, dass er am Schluss an den Resultaten gemessen wird. Sollten sich in Lake Louise die Erwartungen noch nicht erfüllen, würde das Brunner nicht beunruhigen: «Lake Louise ist immer ein bisschen speziell. Da kann auch das Wetter entscheidend Einfluss nehmen, sodass man mit seiner Startnummer Glück oder Pech haben kann. Vielleicht wissen wir dann erst nächste Woche in Beaver Creek, wo wir wirklich stehen.» Für Topklassierungen kommt in erster Linie Patrick Küng infrage. Der 30-jährige Glarner ist im letzten Winter zum unbestrittenen Teamleader gereift und feierte im Super-G nach Platz 5 in Lake Louise seinen ersten Weltcupsieg in Beaver Creek. Einen Monat später lieferte er mit seinem Triumph in der Lauberhornabfahrt ein Husarenstück ab. Küng soll auch gegenwärtig schon in einer tollen Verfassung sein. Zwei Fragezeichen Dass sie fähig sind, in den schnellen Disziplinen an der Weltspitze mitzumischen, haben auch Carlo Janka und Beat Feuz bereits bewiesen. Doch bei beiden gibt es Fragezeichen. Janka, vor einem Jahr als Zehnter bester Schweizer in der Abfahrt von Lake Louise, muss sich nach seinem Wechsel von Atomic zu Rossignol in unterschiedlichen Disziplinen und auf verschiedenen Schnee-Arten an das neue Material gewöhnen. Feuz kämpft trotz gesundheitlicher Fortschritte noch immer mit den Spätfolgen seiner gravierenden Knieverletzung. Dauernd ist Schonung angesagt. Und wenn er Podestplätze ins Visier nehmen will, ist der Emmentaler wohl auf optimale Wetter- und Pistenverhältnisse angewiesen. Auf Abschiedstour geht Didier Défago. Der 37-jährige Walliser, 2010 in Vancouver Abfahrts-Olympiasieger, hat angekündigt, dass er im Frühling seine Karriere beenden wird. Défago hat auch in der letzten Saison gezeigt, dass er immer für einen Exploit gut ist. In Kitzbühel verblüffte er mit dem Sieg im Super-G. Gespannt darf man auch dar­auf sein, ob der Walliser Silvan Zurbriggen doch noch aus seinem Dauertief herausfindet. Sein mit Abstand einziger Lichtblick des letzten Winters war Platz 6 in der Abfahrt von Kvitfjell Anfang März. Insgesamt kamen die Schweizer Speed-Fahrer in der letzten Saison auf vier Podestplätze (drei Siege). Dies bedeutete eine Aufwärtstendenz, waren sie doch im Winter davor leer ausgegangen. Aber: 2011/12 waren es (auch dank Didier Cuche) noch 19 Podestplätze (zehn Siege). Prominentes Lazarett Aus internationaler Sicht gibt es in der Abfahrt am Samstag und im Super-G am Sonntag prominente Abwesende oder Angeschlagene zu verzeichnen. Aksel Lund Svindal, der in Lake Louise schon sechs Weltcuprennen gewonnen hat, fällt mit seinem Achillessehnenriss vermutlich für die ganze WM-Saison aus. Der Norweger wird somit seine Gesamtsiege in Abfahrt und Super-G nicht wiederholen können. Bode Miller musste sich einer Rückenoperation unterziehen, die ihn wohl bis im Januar pausieren lässt. Der österreichische Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer erlitt Mitte Oktober bei einem Trainingssturz einen Innenbandeinriss im rechten Knie und eine Wirbelsäulenprellung und hat sich erst kürzlich fit zurückgemeldet. Super-G-Weltmeister Ted Ligety zog sich letzte Woche eine Handverletzung zu, die eine Operation erforderte. Erik Guay, der Abfahrts-Weltmeister von 2011, muss wegen einer Knieoperation für seine Heimrennen passen. Und Christof Innerhofer schlägt sich nach wie vor mit hartnäckigen Rückenproblemen herum.

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