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Spielend Englisch lernen

Kinder und Jugendliche in Winterthur und Umgebung haben seit zehn Jahren die Möglichkeit, in einem Helen Doron Learning Center spielerisch und ohne Notendruck Englisch zu lernen. Unterrichtet wird nach dem Muttersprachenprinzip.

«One, two, three, four, five», zählt die Südafrikanerin Eunice Hess laut vor und streckt jeweils die entsprechende Anzahl Finger in die Luft. Die fünf Kinder im Alter zwischen ein paar Monaten und zwei Jahren, die mit ihren Müttern im Kreis um die Lehrerin sitzen, tun es ihr gleich. Die Mütter sprechen ihren Kleinen auf Englisch die Anzahl der gezeigten Finger immer wieder vor. Ab und zu wiederholt ein Kind eine Zahl auf Englisch, manchmal im unsicher fragenden Ton: «One?», manchmal im begeisterten Entdeckungston: «Five!» Als Nächstes nimmt die Lehrerin ein Plüschtier zur Hand, hält beide Hände hinter ihren Rücken und die Kinder müssen nun raten, in welcher Hand sich «the elephant» oder «the cat» befindet. Haben sie richtig geraten, dürfen sie klatschen oder auf den Boden klopfen. Alle Anweisungen erteilt Eunice Hess auf Englisch. Es sind ganz einfache Sätze, zu deren Verständnis noch Gesten, Mimik oder Requisiten beitragen. Es folgen Kinderreime und einfache Lieder. Das Vokabular lässt sich mit Bewegungen – «clap your hands, shake your head, turn around» – nachahmen oder wird anhand von Spielsachen, Haushalt­gegenständen oder Musikinstrumenten verständlich. Entwickelt wurde die Lernmethode, nach der die Kinder hier unterrichtet werden, von der britischen Sprachwissenschaftlerin Helen Doron vor 25 Jahren. Die Nationalitäten der anwesenden Kursteilnehmerinnen sind ganz verschieden. Zu Hause sprechen die Kinder ihre Muttersprache, auf dem Spielplatz lernen vermutlich alle Schweizerdeutsch und hier im Kurs werden sie ans Englische herangeführt. Die Mütter selber können kaum bis gar kein Englisch. War­um besuchen sie mit ihren Kleinkindern das Frühenglisch? «Wir möchten unserem Kind einen guten Start auf seinem langen Lernweg ermöglichen», erklärt eine Mutter. Sie und ihr Mann hätten selber nie Englisch gelernt, was sie bedauerten, «denn ohne Englisch bleiben einem in der heutigen Arbeitswelt doch viele Türen verwehrt». Zugang erleichtern Eine andere Mutter erklärt, dass sie selber immer technisch begabt gewesen sei und die Sprachen vernachlässigt habe, was sie nun bereue. Sie freut sich, ihrem Kind schon ganz früh einen spielerischen Umgang mit Fremdsprachen ermöglichen zu können, und hofft, dass ihre Tochter dadurch später einen einfacheren Zugang zu Sprachen haben werde. «Je früher die Kinder eine Sprache lernen, desto nachhaltiger», sind sich alle Mütter einig und sie wollen ihren Nachwuchs nach dem Babykurs in die weiterführenden Kurse schicken. Sie begrüssen die Lernmethode: Für zu Hause gibt es jeweils eine CD mit den in der Kursstunde durchgenommenen Liedern, Reimen und Kurzgeschichten. Die Kinder sollten sie täglich hören, sei es beim Spielen, Basteln, Baden, Ausruhen oder sonst wo. Durch die regelmässige Wiederholung würden sich die Wörter, Aussprache und Satzstellungen automatisch im kindlichen Gehirn einprägen, verspricht das Lernprogramm. Die Teenager im höchsten Kurs bestätigen den Erfolg der Lernmethode. Die meisten sind schon ein paar Jahre dabei, obwohl sie parallel dazu auch in der Schule Englisch haben. Aber hier, so der einhellige Tenor, mache der Spracherwerb viel mehr Spass: Es gebe keine Noten, dafür oft abwechslungsreiche Sprach- und Rollenspiele und sie würden nicht ständig korrigiert, sondern die Lehrerin wiederhole etwas falsch Gesagtes einfach nochmals richtig. Positives Feedback. Die 11- bis 13-Jährigen sagen, sie hätten seither in der Schule keine Hemmungen mehr, Englisch zu sprechen, und seien viel motivierter, auch andere Sprachen zu lernen wie etwa Französisch. Frühkindliche Förderung Wissenschaftliche Studien in der Schweiz und weltweit belegen den positiven Effekt von frühkindlicher Sprachförderung. «Die schulischen Leistungen sowie das Selbstvertrauen in die eigene Sprachfertigkeit werden durch das frühe Erlernen einer Zweitsprache gestärkt», erklärt Bettina Wills, Geschäftsführerin von Helen Doron Schweiz und Liechtenstein. Die gebürtige Deutsche hat diese Erfahrung selbst mit ihren Töchtern gemacht. Als die gelernte Textilbetriebswirtin vor 16 Jahren mit ihrem Mann und ihrer ersten Tochter in Bangkok lebte, besuchte sie einige Wochen lang gemeinsam mit ihrer damals zweijährigen Tochter den internationalen Kindergarten. Das Mädchen hatte durch den Umzug in ein fremdes Land Eingewöhnungsschwierigkeiten. Bettina Wills stellte in der Zeit im englischsprachigen Kinder­garten fest, wie schnell Kinder durch Reime, Lieder und Spiele eine Sprache erlernen. Zurück in Deutschland, suchte sie für ihre Tochter einen kindgerechten Sprachkurs, damit diese das Englische nicht zu schnell vergesse und weiter ausbauen könne. Sie stiess auf eine Helen-Doron-Lehrerin und meldete ihre Tochter an. Gleichzeitig absolvierte sie selbst die Ausbildung zur Helen-Doron-Lehrerin. Nach zwei Jahren Unterrichten zog die Familie in die Schweiz, nach Sulz-Rickenbach, und Bettina Wills startete in ihrem Wohnzimmer Englischkurse für Kinder nach der Helen-Doron-Methode. Aufgrund der immer grösser werdenden Nachfrage gründete sie 2003 die Niederlassung in der Schweiz und eröffnete gleichzeitig ein «Learning Center» in der Breite in Winterthur. Inzwischen wird nach der Methode an vielen Orten in der Schweiz unterrichtet. Vom Baby bis zum Teen Seit 1985 unterrichten Lehrkräfte in über dreissig Ländern Kinder im Alter von drei Monaten bis 15 Jahren nach der Helen-Doron-Methode. Im deutschsprachigen Europa sind es über 30 000 Kinder. In der Schweiz werden aktuell etwa 1000 Schülerinnen und Schüler von 55 Lehrkräften unterrichtet. Die Kurse sind kindgerecht auf die entsprechende Altersstufe zugeschnitten. Während Vorschulkinder neben Hör-CDs ein Begleitheft zum Malen und Basteln erhalten, bekommen Primar- bis Oberstufenschüler ein «Activity Book» zum Mitarbeiten.

Weitere Informationen www.helendoron.ch

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