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Spielgruppen-Verband will Geld vom Staat

Der Spielgruppenverband fordert gesetzliche Grundlagen. Wenn Spielgruppen Integrationsarbeit leisteten, sei zudem finanzielle Unterstützung nötig.

Nach den Sommerferien besuchen wieder viele drei- bis vierjährige Kinder die Spielgruppe – ein Angebot, das in der Deutschschweiz weit verbreitet ist. In den meisten Kantonen gebe es aber weder gesetzliche Grundlagen noch eine Bewilligungs- oder Meldepflicht für Spielgruppen, hält der Schweizerische Spielgruppenverband SSLV fest. An vielen Orten könne jede Person eine Spielgruppe eröffnen, wenn sie wolle. Der SSLV gibt zwar eine Definition für Spielgruppen heraus, doch habe diese ohne verbindliche Richtlinien nur marginale Bedeutung. Das will der Verband ändern, wie er gestern den Medien mitteilte. Er fordert gesetzliche Grundlagen und finanzielle Unterstützung für Spielgruppen. Diese sollen bewilligungs- oder zumindest meldepflichtig sein. Nur so sei eine Unterstützung oder ein Controlling möglich. Der Verband ist bereit, mit Gemeinden oder Kantonen zusammen Richtlinien zu erarbeiten. Freiwillig für starre Regeln? Wollen Spielgruppen damit freiwillig starre Korsetts mit zahlreichen Auflagen akzeptieren, ähnlich wie es Kitas haben? «Dieser Gefahr sind wir uns bewusst», sagt Anna Lustenberger, Co-Präsidentin des SSLV. Doch nehme man lieber konkrete Richtlinien in Kauf, als einen Wildwuchs zu ermöglichen?und Angebote zuzulassen, die nicht der Definition des Verbandes entsprechen würden. «Klare Rahmenbedingungen stärken die Spielgruppen und unseren Beruf», so Lustenberger. Der Verband fordert, dass Spielgruppenleiterinnen eine Ausbildung absolvieren müssen. Es gebe bereits Gemeinden mit Richtlinien, und in den Kantonen Wallis und Freiburg bestehe eine Bewilligungspflicht. «Das funktioniert gut», sagt Lustenberger. Mittels Richtlinien würden auch die Unterschiede zwischen Kita und Spielgruppe klar. «Wir verstehen uns nicht als Konkurrenz zu Kitas», betont Lustenberger. Gemäss SSLV-Definition ist die Spielgruppe eine Bildungsinstitution für Kinder ab circa drei Jahren. Diese treffen sich ein- oder mehrmals wöchentlich während höchstens eines halben Tages. Eine Gruppe umfasst acht bis zehn Kinder. Finanzielle Unterstützung Die auf privater Ebene organisierten Spielgruppen finanzieren sich laut SSLV vorwiegend über Elternbeiträge. Einige Gemeinden stellen Räume zur Verfügung, vereinzelt gebe es Unterstützung durch Gemeinden oder Private. Der Verband fordert stärkere finanzielle Mithilfe der Gemeinden, gerade wenn aufgrund von fremdsprachigen Kindern und Kindern mit besonderen Bedürfnissen eine weitere Leitungsperson nötig sei. Der SSLV leitet seine Forderung aus einer Studie ab, welche er gemeinsam mit der Jacobs Foundation in Auftrag gegeben hat. Diese zeigt unter anderem, dass Spielgruppen auch Integrations- und Sprachförderungsarbeit leisten.

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