Zum Hauptinhalt springen

Spitzenwerte als Vorgabe

Die ZSC Lions werden diese Saison (beinahe) die gleichen Qualitäten wie letzten Winter zeigen.

Diese Mannschaft ist so gut besetzt, dass sie es sich gar nicht leisten kann, für Niederlagen den Gegner verantwortlich zu machen. Denn wenn die ZSC Lions versuchen, erfolgreich Eishockey zu spielen, dann sind sie in der Schweiz nur sehr schwer zu stoppen. Im letzten Winter legten sie eine überlegene Qualifikation hin und standen so früh wie kaum zuvor je ein Team als Sieger fest. Obwohl sie ein bisschen nachliessen, betrug ihr Vorsprung nach 50 Runden 20 Punkte auf den ersten Verfolger. Diese Differenz zum Rest beinhaltete auch diese Spitzenwerte: Mit 167 Treffern erzielten die Lions die meisten Tore in der Qualifikation, mit 111 kassierten sie am wenigsten. Zum Vergleich: Die Rapperswil-Jona Lakers als defensiv schwächste Mannschaft liessen im letzten Winter mit 200 fast doppelt so viele Treffer zu wie die Zürcher. Die Mannschaft ist dermassen gering verändert worden, dass von ihr die gleichen Qualitäten zu erwarten sind. Das bedeutet, dass die Zürcher mit ihrer Offensive die Gegner so dominieren, wie im letzten Winter. Auf die Defensive bezogen allerdings könnte sich im Meisterschaftsalltag das eine oder andere ändern. Denn wer Meister geworden ist, wer dermassen talentierte Angreifer im Team hat, der denkt gerne ein bisschen offensiver, als es dem Team gut tut. In diese Kategorie passt auch der neue Verteidiger aus Nordamerika, Derek Smith. Dem 30-Jährigen wird viel Potenzial im Spiel nach vorne nachgesagt – und das belegen auch seine Statistiken. Das physische Spiel allerdings, so heisst es in einem «Scouting report», gehöre nicht unbedingt zu seinen Vorzügen. Mit Jan Tabacek und Steve McCarthy standen in der Finalserie zwei defensive Verteidiger im Einsatz, nun könnten mit Bergeron und Smith zwei gleichzeitig spielen, die mehr auf Kreativität setzen. Smith ist wie Ryan Keller, Roman Wick und Ryan Shannon einer aus dem «Dunstkreis» der Ottawa Senators. Im AHL-Team Binghamton gewann Smith zusammen mit Keller und Wick die Calder-Trophy. Liga-Topskorer Wick? Roman Wick verpasste es letzte Saison nur knapp, als erster Schweizer nach Damien Brunner wieder die Skorerwertung zu gewinnen. Servettes Matt Lombardi übertraf ihn um zwei Punkte. Wick ist von den Schweizern der grosse Spektakelmacher im Hallenstadion, wäre er beim Torschuss so gefährlich wie in all seinen andern Aktionen, er würde in einer anderen Liga spielen und nicht in der Schweiz. Captain Mathias Seger spielt seit 1999 bei den ZSC Lions. Damals war ein gewisser Jonas Siegenthaler gerade mal zwei Jahre alt. Seger, seit Minsk 2014 mit 16 WM-Teilnahmen Weltrekordmann, ist 20 Jahre älter als der Nachwuchsmann, der einen Stammplatz in der NLA anstrebt. Mannschaft und Trainer suchen der möglichen Genügsamkeit nach einer Meistersaison mit einer neuen Herausforderung entgegenzuwirken: Als erstes Team seit 2001 den Titel erfolgreich verteidigen. Das waren damals die ZSC Lions. Personell sieht es vor dem Start so aus: Am Wochenende in der Champions League, die ihnen mit dem Spielunterbruch in Karlstad und einer Buspanne auf dem Weg nach Oslo einiges Ungemach brachte, spielten die Lions ohne die «verletzten Flüeler, Keller, Tabacek und Stoffel. Aus Mangel an Defensivleuten traten Mark Bastl und Reto Schäppi als Aushilfsverteidiger an. jch

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch