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Sprachstudie: Diese Einwanderer sind Deutschmuffel

Von den grossen Immigrantengruppen weisen Portugiesen und Albanerinnen die schlechtesten Deutschkenntnisse auf, wie eine neue Studie zeigt. Und: Topmanager schneiden nur durchschnittlich ab.

Zuwanderer mit portugiesischer Muttersprache sind in der Regel unzureichend qualifiziert, besuchen kaum Deutschkurse und haben allgemein «schlechte Integrationsvoraussetzungen». Zu diesem Verdikt kommt eine heute in Winterthur vorgestellte Studie zur Sprachkompetenz von Immigranten, welche die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) im Auftrag der Kantonalen Fachstelle für Integration durchgeführt hat. Schlecht steht es auch um die Deutschkenntnisse von Albanerinnen: Diese kämen typischerweise in jungen Jahren in die Schweiz, um einen hier ansässigen albanischen Mann zu heiraten. Sie besuchten dann zwar oft Deutschkurse, lebten aber zu isoliert, um ihre Sprachkompetenzen zu entwickeln. Englisch als Handicap Ein erwartbares Resultat der Studie ist, dass die Sprachlernfähigkeit generell mit dem Bildungsstand steigt. Insbesondere bei Zuwanderern aus Südamerika bestätigte sich dieser Befund. Sie sind entgegen der landläufigen Meinung oft gut qualifiziert, gleichzeitig aber im Berufsleben auf Deutschkenntnisse angewiesen. Demgegenüber scheitern viele englischsprachige Immigranten an mangelnder Praxis. Sie sind zwar hoch motiviert, Deutsch zu lernen, bewegen sich aber oft in einem beruflichem Umfeld, in dem ihre Muttersprache dominiert. Vielfach bestünden Schweizer Berufskollegen darauf, mit ihnen Englisch zu sprechen. Ohnehin geht die Gleichung höherer «Bildungsstand gleich bessere Sprachlernergebnisse» nicht für alle Gruppen auf. So lernen Personen mit mittleren bis guten Qualifikationen schneller und besser Deutsch als Hochqualifizierte. Topmanagern und Spitzenwissenschaftlern fehlt laut der Studie oft die Zeit zum Besuch von Sprachkursen; oder sie bewegen sich in einem internationalen Berufsumfeld, in dem kaum Deutsch gesprochen wird. Über die Hälfte geht zum Kurs Das Datenmaterial für die Studie lieferten Interviews; Mitarbeiter der Hochschule sprachen mit 272 Personen, die entweder seit 2006 oder seit 2010 im Kanton Zürich ihren Wohnsitz haben. Berücksichtigt wurden dabei nur die meistverbreiteten Sprachgruppen, als da wären: Albanisch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch, Serbisch, Bosnisch und Kroatisch. Laut der ZHAW zeigt die Studie, dass Deutschkurse «auch ohne Druck des Staates besucht werden». So haben 61 Prozent aller Befragten angegeben, in der Schweiz einen Deutschkurs besucht zu haben.

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