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Sprung in den Final?

helsinki. Heute, am ersten EM-Tag, ruhen die Schweizer Hoffnungen vor allem auf der Weitspringerin Irene Pusterla.

Irene Pusterla nimmt mit 6,66 m in der Meldeliste unter den 33 Athletinnen den 12. Rang ein. Genau diese Platzierung braucht es heute in der Qualifikation, um den Final vom Donnerstag zu erreichen. Die 24-jährige Tessinerin rechnet damit, dass im Minimum 6,50 m nötig sind. Immerhin hat sie nach den 6,66 m keinen Druck mehr, noch die Olympialimite erfüllen zu müssen. Das sei eine Erlösung gewesen, sagte Pusterla.

Der Wettkampf beginnt bereits um 9.00 Uhr. Die Athletin von Vigor Ligornetto stand heute zwischen 4.30 und 5.00 Uhr auf – wie die Langschläferin im Vorfeld der EM das Bett schon immer früh verlassen hatte. Manchmal trainierte sie bereits um 10.00 Uhr. Helsinki stellt in ihrer Trainingsplanung einen ersten Höhepunkt dar. Bis Mitte Mai hatte sie hart trainiert, danach galt es, das Ganze umzusetzen. Dies sei ihr gut gelungen. Trainer Andrea Salvadè sprach davon, dass sie etwas riskiert hätten. Sie seien einen anderen Weg gegangen. «Es kann nur besser kommen.»

Sollte sie weiterkommen, steht Pusterla erstmals an internationalen Meisterschaften im Freien im Final. An der EM 2010 in Barcelona hat sie die Endausmarchung mit 6,62 m, ihrer damals zweitbesten Weite, nur verpasst, weil ihr zweitbester Versuch um vier Zentimeter kürzer war als jener der Schwedin Carolina Klüft. Letztes Jahr an der WM in Daegu enttäuschte sie in der Qualifikation mit 6,34. An der letztjährigen Hal­len-EM in Paris dagegen hatte sie sich mit dem Schweizer Rekord von 6,71 m für den Final qualifiziert. Draussen liegt ihre nationale Bestleistung bei 6,84 m.

Schenkels Ambitionen

Dass so kurz vor den Olympischen Spielen kontinentale Titelkämpfe stattfinden, begrüsst Pusterla. Das sei ein gutes Training und eine gute Gelegenheit, sich auf internationalem Niveau zu messen. Für den ebenfalls heute über 100 m im Einsatz stehenden Amaru Schenkel ist die EM eine «gute Standortbestimmung. Sie hat einen hohen Stellenwert, um zu zeigen, was ich kann.» Emotional sei er allerdings bereits auf London fokussiert. Deshalb gehe er locker an die Geschichte ran. Das Ziel des 24-Jährigen ist der Final, «alles andere wäre komisch».

Schenkel ist vom Schweizer Trio über 100 m der aussichtsreichste Kandidat auf eine gute Klassierung, auch wenn Rolf Malcolm Fongué in diesem Jahr gleich schnell war und Alex Wilson nur eine Hundertstel langsamer. Zu ihren EM-Debüts kommen heute die 20-jährige Mujinga Kambundji über 100 m und der Zehnkämpfer Jonas Fringeli. Im 5000-m-Rennen, dem einzigen Final des ersten EM-Tages, ist Philipp Bandi dabei. (si)

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