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Spurensuche am Fels

Alpnach. Am Tag nach dem Absturz eines F/A-18-Kampfjets bei Alpnach haben Einsatzkräfte die Todesopfer gefunden und die Blackbox des Jets geborgen. Die Untersuchungen werden Wochen dauern. Seit gestern Morgen fliegen die Militärmaschinen wieder.

In der Nähe der Absturzstelle des F/A-18-Kampfjets, einer Felswand des Loppers bei Alpnach OW, wurden gestern die zwei Todesopfer des Unglücks gefunden. Dies teilte die Militärjustiz am Donnerstag mit. Beide Leichname seien inzwischen geborgen und würden nun gerichtsmedizinisch untersucht.

Die Untersuchungsbehörden gaben auch bekannt, wer mit dem Piloten in der Unglücksmaschine sass: Es handelt sich um den stellvertretenden Leiter des Fliegerärztlichen Instituts der Luftwaffe (FAI), der beim Trainingsflug als Passagier mitflog. Das FAI mit Sitz in Dübendorf ist der Armee angeschlossen. Es überprüft die Flugtauglichkeit der Piloten der Armee und der Zivilaviatik. Beide Insassen des Flugzeugs hatten vorerst als vermisst gegolten, weil zumindest die Möglichkeit bestand, dass sie sich mittels Schleudersitz gerettet haben könnten.

Blackbox geborgen

Die Einsatzkräfte haben gestern in der Nähe der Absturzstelle die Blackbox des abgestürzten Jets geborgen. Dies teilte eine Sprecherin der Militärjustiz am Donnerstag bei der Besichtigung der Unglücksstelle vor den Medien mit. Tobias Kühne, Sprecher der Militärjustiz, sagte: «Sie wird sicher dabei helfen, herauszufinden, was genau passiert ist.» Angaben zu Flughöhe und -geschwindigkeit des verunglückten Jets stehen bei der Auswertung im Vordergrund.

Bevor mit der Bergung der Wrackteile begonnen werden könne, erklärte die Militärjustiz, müsse die Dokumentation der Absturzstelle aber abgeschlossen sein. Dies soll in den nächsten Tagen der Fall sein.

Der Pilot des zweiten F/A-18-Jets, der nach einem Notmanöver unversehrt auf den Militärflugplatz nach Meiringen BE zurückkehren konnte, wurde gestern befragt, wie die Militärjustiz weiter mitteilte. Die Luftwaffe hat den Flugdienst gestern Morgen wiederaufgenommen. Luftwaffensprecher Jürg Nussbaum sagte: «Der Auftrag, den Luftraum zu schützen, steht im Vordergrund.» Die Bahnlinie Hergiswil–Alpnach Dorf wird heute geschlossen bleiben. Der Flugzeugabsturz hat laut Zentralbahn die Fahrleitung beschädigt. Die aufwendigen Untersuchungen der Militärjustiz an der Absturzstelle würden eine Reparatur an Fahrleitung und Trassee verhindern.

F/A-18: Im Einsatz seit 1997

Das Kampfflugzeug des Typs F/A-18 Hornet steht in der Schweiz seit 1997 im Einsatz. Mit der Beschaffung des Abfangjägers sollten die Lücken in der Luftverteidigung geschlossen werden. Die Schweiz bestellte 34 F/A-18. Der Preis: rund 3,5 Milliarden Franken.

1997 wurde die Fliegerstaffel in Payerne VD als erste Einheit auf den neuen Flieger umgeschult. Die Staffeln in Sion und Meiringen BE folgten bis 1999. Noch bevor die letzte F/A-18 in der Luft war, musste die Luftwaffe den Verlust von zwei Menschenleben und einer Maschine hinnehmen. Bei Crans-sur-Sierre im Wallis stürzte 1998 ein Jet ab. Bei der Unfalluntersuchung wurden keine technischen Mängel festgestellt. Der Bericht nannte eine räumliche Desorientierung des Piloten als wahrscheinliche Absturzursache. Dazu hätten eine zu aggressive Flugsteuerung und fehlende Übersicht über die In- strumente beigetragen.

Seit dem Unfall umfasste die F/A-18-Flotte noch 33 Maschinen. 26 Maschinen sind Einsitzer, 7 Jets verfügten über zwei Sitze. Einer dieser Zweisitzer ist nun bei Alpnach abgestürzt. Damit stehen der Schweizer Luftwaffe noch 32 F/A-18-Flugzeuge zur Verfügung. Im Gegensatz zum veralteten Tiger F-5, der teilweise vom Gripen abgelöst werden soll, sind die «Hornets» bei jedem Wetter und zu jeder Uhrzeit einsatzfähig. Die Ausbildung zum F/A-18-Piloten für Berufspiloten dauert gemäss Luftwaffe ein Jahr. Neben der Schweiz und den USA steht der Jet unter anderem in Australien, Finnland, Kanada und Spanien im Einsatz. (dst/sda)

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