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Stadtbus in der Defensive

Die Bewohner der Aussenwachten fordern besseren Anschluss an den ÖV und klagen über Absurditäten ihres Stadtbus-Kurses.

Die Angebotsplaner Cornelia Heil und Stefan Gerber von Stadtbus hatten keinen leichten Stand am Donnerstagabend. Der Einwohnerverein der Aussenwachten Iberg, Eidberg, Gotzenwil, Weiherhöhe und Sennhof hatte zum Infoabend geladen. Über 80 Anwohner kamen. Es knisterte die Luft. Sie wollten wissen, wie Stadtbus gedenkt, ihren Anschluss mit der Line 9 ins Zen­trum und an die S-Bahn zu verbessern. Zweimal, zu Pendlerzeiten dreimal stündlich fährt der 9er heute die Aussenwachten ab. Fünfzehn Minuten braucht man vom äussersten Zipfel Klösterli Iberg nach Seen, wo man auf den 2er, die S12 oder die S26 umsteigt. Der letzte Bus ins Zentrum geht um 21.36 Uhr. Nachteulen bringt das Heidi-Taxi bis Mitternacht einmal pro Stunde ab Bahnhof Seen wieder rauf – und fährt leer zurück, auch wenn Fahrgäste warten. «Absurd!», schimpft eine junge Anwohnerin. Es ist nur ein Punkt einer langen Mängelliste. Zukunftsbahnhof Grüze Stadtbus-Vertreterin Heil ver­such­te es zu Beginn mit einer guten Nachricht. Willigt der ZVV ein, fährt ab 2016 der erste Bus schon um 5.30 Uhr. Auf Interesse stiess die Ankündigung, ab 2016 den Morgenstau auf der Tösstal­strasse gezielt zu regulieren, damit sich die Fahrtzeit verkürzt und man keine Anschlüsse verpasst. Kritische Voten fielen wiederum, als Heil ankündigte, dass der 9er mit der Querung Grüze ab 2020 wohl nicht mehr den S-Bahn­hof Seen, sondern Grüze anfahren werde, den künftig zweiten Hauptbahnhof eines bipolaren Winterthurs. «Mit der S11 und S12 hätten Sie dort zwei schnelle Anschlüsse nach Zürich und zwei weitere nach Winterthur», rechnet Angebotsplaner Gerber mit Blick auf die Fahrplan­änderung 2018 vor. «Aber der Hin­weg verlängert sich!», «Wie komme ich dann nach Seen zum Einkaufen?» und «Wird die S11 auch auf den 9er warten?». Die Aussenwächtler blieben skeptisch. Schelte musste Stadtbus wegen des Heidi-Taxis einstecken, mit dem es einen Transportvertrag einging. Der Siebenplätzer sei viel zu klein. Heils Einwand nachweis­lich geringer Passagierzahlen liess man nicht gelten. «Stadtbus hat die Nachfrage mit einem schlechten Angebot kaputt gemacht», sagte Marcel Derron, Präsident des Einwohnervereins. Heil versprach, dass man auch hier prüfe, einen grösseren Bus einzusetzen. Manch einer verliess den Raum dennoch grummelnd, im Wissen, dass es beim ÖV selten Lösungen ohne Verlierer gibt – und rasche sowieso nicht.

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