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Stadtbus räumt sein Netz auf

Wer an den blauen ZVV-Automaten ein Billett löst, sollte genau aufs Kärtchen schauen: Die Kurzstreckenziele wurden neu berechnet. Für Oberwinterthurer wird es teurer, für Wülflinger bieten sich neue Umsteigemöglichkeiten mit Fussverbindung.

Auf den roten Billettautomaten waren sie fest eingraviert: die Kurzstreckenziele. Bei den neuen blauen ZVV-Automaten zeigt der berührungsempfindliche Bildschirm sie auf einer Karte an. Genau hinschauen lohnt sich. Denn nicht immer stimmen die alten Ziele mit den neuen überein. Gerade in Oberwinterthur kam es zu wichtigen Änderungen. Wer am Römertor ein Kurzstreckenbillett für die Fahrt im Einser bis Hauptbahnhof löst, läuft bald Gefahr, gebüsst zu werden. Es gilt ab Spätherbst nur noch bis zum Obertor. Pünktlich zur Einführung der Automaten wurden die Kurzstreckenziele aller Haltestellen neu berechnet. Neu kostet diese Fahrt ohne Ermässigung 4.10 Franken statt 2.70. Die Änderung hat keinen finanziellen Hintergrund, betont Stadtbus-Finanzchef Herbert Wagenbichler. «Für uns ist die Umstellung ein Nullsummenspiel», sagt er. Tatsächlich verdient Stadtbus bei höheren Billettverkäufen nicht mehr. Ihr Budget wird vom Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) anhand von Leistungsdaten wie der Anzahl der Fahrzeuge, der Streckenkilometer und der Dienststunden berechnet. Wie lange eine Kurzstrecke sein darf, legt ebenfalls der ZVV fest. Für Winterthur lag dieser Wert schon seit vielen Jahren bei acht Haltestellen oder bei 3,2 Fahr­kilometern. «Allerdings gab es viele Ausnahmen, die historisch gewachsen und teilweise nicht mehr nachvollziehbar waren», sagt Wagenbichler. «Hier hat man Remedur geschaffen.» «Wo es Gewinner gibt, gibt es Verlierer», sagt Stadtrat Matthias Gfeller (Grüne). «Die Oberwinterthurer haben zwei Jahrzehnte von einer Ausnahme profitiert.» Jetzt habe man diese auf Geheiss des ZVV aufheben müssen. Damit sie die Umstellung nicht verpassen, werde man im Herbst breit informieren. Gfellers «Gewinner» wohnen beispielsweise im Dättnau. Anwohner aller Stationen können – trotz bis zu elf Halten – weiter­hin mit Kurzstreckenbillett bis zum Zen­trum Töss fahren, um Post und Einkäufe zu erledigen. Eine «innovative» Neuerung sieht Gfeller in Wülflingen. «Die Haltestellen Freibad und Langwiesen werden neu wie eine behandelt. Mit einem kurzen Fussmarsch zum Umsteigen von Linie 7 auf Linie 2 kann man mit einem Kurzstreckenbillett vom Bahnhof Wülflingen bis zum Schloss fahren.»

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