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Stadtrat hat nur halbherzig geworben

Kommentar von Nadja Ehrbar Ein Gassenarbeiter ist in Illnau-Effretikon nicht gefragt. Das zeigt das Abstimmungsresultat vom Sonntag deutlich. Damit hat das Volk den Entscheid des Parlaments umgestossen. Dieses hatte sich nämlich für den Rahmenkredit von 260 000 Franken ausgesprochen. Dass sich die Stimmbürger überhaupt zur Vorlage äussern durften, haben sie den Gemeinderäten von SVP und BDP zu verdanken, die das Behördenreferendum ergriffen haben. Den Initianten ist es auch gelungen, mit ihren Argumenten zu überzeugen. Die angespannte finanzielle Si­tua­tion der Stadt lässt derzeit Ausgaben für nur Wünschbares, aber nicht absolut Notwendiges offenbar nicht zu. Ein Gassenarbeiter hätte der Stadt, die Probleme mit herumlungernden Jugendlichen hat, sicher nicht geschadet. Ob er diese allerdings von Alkoholkonsum, Littering und Belästigung von Anwohnern hätte abbringen können, ist nicht garantiert. Der Stadtrat hat sich aber auch nur halbherzig für seine Vorlage eingesetzt. Das Projekt war nicht dazu bestimmt, vors Volk zu kommen. Spätestens als die Urnenabstimmung feststand, hätte die Exekutive Möglichkeiten und Grenzen einer aufsuchenden Jugendarbeit klarer aufzeigen müssen. Dies umso mehr, als sich Präventionsarbeit schlecht messen lässt. Das hat der Stadtrat versäumt. Auch für seine Vorlage geworben hat er nicht – und damit den Gegnern in die Hände gespielt. Denn diese bemängelten unter anderem, dass Ziel und Auftrag eines Streetworkers zu wenig klar seien. Überzeugt hat dafür die Stadtpolizei, die an einer Podiumsdiskussion vor allem eines klarmachen konnte: dass sie Jugendliche nicht einfach festnehmen und abführen kann. Weil bei Lärm und Kiffen für Zwangsmassnahmen die gesetzliche Grundlage fehlt. Mehr Polizeipatrouillen, wie es die Gegner fordern, lösen das Problem deshalb auch nicht.

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