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Stadtrat muss Temporeduktion prüfen

Tempo 50 auf der Steinacherstrasse in Illnau sei zu schnell, findet die Mehrheit des Rats. Und: Die flächendeckenden Tempo-30- Zonen seien beizubehalten.

Gemeinderat Peter Stiefel (FDP) hatte es wohl geahnt, als er sagte: «Bei Tempo 30 scheiden sich die Geister.» Als es dar­um ging, ein Postulat der Grünen und Grünliberalen zur Temporeduktion auf der Illnauer Steinacherstrasse an den Stadtrat zu überweisen, meldeten sich Befürworter wie auch Gegner zahlreich zu Wort. Die FDP/JLIE-Fraktion war gespalten, dort zeigten sich die Meinungsverschiedenheiten am deutlichsten. Es sei nicht sinnvoll, wenn überall sonst im Quartier Tempo 30 gelte und nur auf der Steinacherstrasse nicht, sagte Stiefel. Und: «Sicherheit darf keine Frage der Kosten sein.» Das sah Stefan Eichenberger (JLIE) anders. Eine Tempo-30-Zone sei ohne Schikanen nicht realisierbar. «Das verursacht unnötige Kosten.» Die Sicherheit sei auch sonst gewährleistet: «Es gibt ein durchgehendes Trottoir.» Zudem würden die Autofahrer in der engen Kurve, die es dort gibt, automatisch das Tempo reduzieren. Bus muss erhalten bleiben Dass der Bus wegen eines tieferen Temporegimes nicht gefährdet sein darf, darin waren sich Gegner wie Befürworter einig. Nur: Die Gegner glaubten, dass der Bus bei Tempo 30 zusätzlich behindert würde und den engen Fahrplan nicht mehr einhalten könnte. Somit wäre auch der Anschluss auf die S-Bahn gefährdet. Die Befürworter argumentierten hingegen, dass der Bus bei diesen engen Strassenverhältnissen sowieso nicht schneller fahren könne. Hans Zimmermann (Grüne), der das Postulat mit seinen Fraktionskollegen aufgrund einer Petition von Anwohnern eingereicht hatte, war überzeugt: «Die Temporeduktion ist machbar.» Roger Miauton (SVP) störte sich daran, dass Zimmermann die «Gegenpetition» nicht erwähnt hatte. «Es gibt auch Anwohner, die Tempo 50 beibehalten wollen.» Die Strasse berge kein Risiko. «Es gibt weder Schleich- noch Durchgangsverkehr.» Dem pflichtete Roger Schwaller (SVP) bei. «Der Verkehr ist hausgemacht. Wenn die Anwohner dort nicht wissen, wie schnell sie fahren sollen, sind sie selbst schuld.» Es sei nun Zeit, Kosten zu sparen. Der Stadtrat muss nun trotzdem die Einführung eines neuen Temporegimes prüfen. Der Rat hat das Postulat mit 19 zu 16 Stimmen überwiesen. Dagegen stimmten SVP, JLIE und CVP. Keine Chance hatte das Postulat der Jungliberalen. Sie hatten den Stadtrat dazu aufgefordert, alle bereits eingeführten Tempo-30-Zonen zu überprüfen und – wo möglich – wieder rückgängig zu machen. «Ich habe den Eindruck, ihr wisst nicht, worum es geht», sagte Rainer Hugener (Grüne). Sicherheit erreiche man nur mit Tempo 30. «Es gibt Orte, wo es Sinn macht», entgegnete Reto Unterholzner (SVP). «Aber nicht überall.» Mit 20 zu 15 Stimmen lehnte der Rat die Überweisung ab. (neh)

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