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Stadtrat will GAV für Stadtbus-Chauffeure

Der Gemeinderat wird über einen Gesamtarbeitsvertrag für die Buschauffeure abstimmen. Mit dem Vertrag könne Winterthur vielleicht sogar ein bisschen sparen, sagt Matthias Gfeller.

Ein erfahrener Chauffeur von Stadtbus Winterthur verdient heute zwischen 6000 bis 6500 Franken pro Monat. Wobei Nachtarbeit und Schichtzulagen den Lohn beeinflussen. Der Lohn und die allgemeinen Arbeitsbedingungen der hiesigen Busfahrer sollen nun mit einem Rahmen-Gesamtarbeitsvertrag abgesichert werden. Ausgehandelt wurde das Regelwerk mit der Gewerkschaft VPOD. Es gilt auch für die Stadtzürcher Verkehrsbetriebe VBZ und die Postauto AG und damit für weite Gebiete des Zürcher Verkehrsverbundes (ZVV). Während der Vertrag an den anderen Orten bereits in Kraft gesetzt wurde, wird er in Winterthur noch dem Parlament unterbreitet. Im Wesentlichen schreibe der GAV die heutigen Bedingungen für das Personal fest, sagt Stadtrat Matthias Gfeller (Grüne). Allerdings würden Berufseinsteiger künftig etwas weniger verdienen. Kompensiert werde dies durch Ausbildungsleistungen. Die entscheidenden Änderungen sieht der Werkvorsteher allerdings nicht beim Personal. Der Vertrag schaffe Garantien für das Unternehmen Stadtbus selbst, sagt er. Mit dem GAV würden die Löhne, die Stadtbus zahlt, als «branchenüblich» festgelegt. Damit sei fixiert, dass Konkurrenzbetriebe, etwa wenn sie sich beim ZVV um den Betrieb einer Buslinie bewerben, die gleichen Bedingungen erfüllen müssen. Denkbar wäre eine solche Ausmarchung etwa, wenn der ZVV neue Aufträge ausschreibt. «Der GAV sichert die Position von Stadtbus im Wettbewerb», sagt Gfeller. Nun im Gleichtakt mit ZVV Er rechnet nicht damit, dass der Vertrag höhere Ausgaben für die Winterthurer Stadtkasse bringt. Die Löhne der Stadtbus-Chauffeure würden ohnehin vom ZVV über die jährliche Kostenabgeltung finanziert. Womöglich könne dank des Vertrages sogar gespart werden, wenn auch eher eine «kleinere Summe». Bisher musste Winterthur jeweils Lohnanteile selber finanzieren, weil die Lohnerhöhungen von Stadt und ZVV nicht übereinstimmten. Dies war etwa der Fall, wenn Winterthur einen höheren Teuerungsausgleich gewährte. «Mit dem GAV sollten diese Differenzen nun nicht mehr entstehen», sagt Gfeller. In anderen Kantonen sind solche Gesamtarbeitsverträge für den öffentlichen Verkehr bereits seit Längerem in Kraft. In Zürich begannen die Gewerkschaften einen GAV zu fordern, als Debatten um Fahraufträge, welche der ZVV ausgeschrieben hatte, entbrannten. Ein Rahmen-GAV sollte die Position der bisherigen Dienstleister und Arbeitnehmer stärken, erklärt Stefan Giger vom VPOD im Einklang mit Gfeller. Zu neuen Ausschreibungen gibt man beim Verkehrsverbund Entwarnung. Öffentliche Bewerbungen sollen die Ausnahme bleiben, sagt ZVV-Sprecher Thomas Kellenberger. (bee)

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